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Politik Ausland
01/20/2020

Raketenangriff auf US-Botschaft in Bagdad

Als Angreifer kommen schiitische Milizen infrage, Tote und Verletzte wurden bis jetzt keine gemeldet.

In der Nähe der US-Botschaft in Bagdad sind am späten Montagabend nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Raketen eingeschlagen. Berichte über Todesopfer oder Verletzte gab es zunächst nicht. Derzeit sollen Helikopter über der sogenannten Grünen Zone kreisen, dem Hochsicherheitsgebiet der irakischen Hauptstadt.

Immer wieder passiert es, dass Raketen auf die Grüne Zone abgefeuert werden – aufgrund ihrer schlechten Bauart verfehlen sie zumeist ihr Ziel. Die US-Regierung hat in der Vergangenheit pro-iranische Milizen für ähnliche Attacken verantwortlich gemacht; zu den Anschlägen bekannt haben sich die Milizen bisher jedoch nie.

Zwischen den USA und den proiranischen, schiitischen Milizen gärt es seit Monaten gewaltig, seit der Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani hat ist die Lage noch angespannter als zuvor. Während der Iran als Staat für die USA greifbar ist – und den Raketenangriff auf die US-Basis zuvor angekündigt hatte -, agieren die Milizen aus dem Verborgenen.

Zwar gelten sie als Verbündete des Iran, jedoch nicht als offizieller, bewaffneter Arm.

Von einem Vergeltungsschlag der USA auf den Iran ist wegen dieser Raketenattacken also nicht auszugehen.