Pushback und unterlassene Hilfeleistung? Vorwürfe gegen Küstenwache

Pushback und unterlassene Hilfeleistung? Vorwürfe gegen Küstenwache
Versucht Griechenland einen illegalen Pushback zu verheimlichen? Überlebende widersprechen den Behörden.

Die schreckliche Tragödie des gekenterten Fischkutters vor Kalamata, Griechenland, der rund 500 Menschen - darunter wohl etwa 100 Kinder - beim Sinken in den Tod gezogen hat, wirft Fragen auf. Überlebende sollen von einem Pushback-Versuch der griechischen Küstenwache berichten. Tatsächlich widersprechen sich einige Berichte über den Hergang des Rettungsversuchs und die Ursachen des Kenterns. Auch der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung wird immer konkreter. 

Was war geschehen?

Ein komplett überfülltes, rostiges Boot war mit rund 700 Menschen von Trobuk, Libyen auf dem Weg nach Italien. Am frühen Mittwochmorgen kenterte der Fischkutter plötzlich. Nur 104 Menschen konnten gerettet werden. 78 Leichen konnten geborgen werden. Für die restlichen etwa 500 Menschen gibt es de facto keine Hoffnung mehr. Es handelt sich dabei vor allem um Menschen, die unter Deck zusammengepfercht waren. Sie waren hauptsächlich Kinder und Frauen. Es wird vermutet, dass sie es nicht rechtzeitig aus dem unteren Deck des Bootes geschafft haben. Die Unglücksstelle liegt nahe der tiefsten Stelle im Mittelmeer, dem sogenannten Calypsotief, das rund fünf Kilometer bis zum Meeresboden reicht. Eine Bergung des Wracks dürfte damit so gut wie ausgeschlossen sein.

➤ Mehr lesen: Bootsunglück vor Griechenland: Frauen und Kinder waren im Inneren gefangen

Kommentare