Politik | Ausland
15.07.2017

Kadyrow: "Bringt Schwule sehr weit weg von uns"

Der tschetschenische Präsident bezeichnete schwule Männer als "Teufel. Sie stehen zum Verkauf."

Der von Moskau gestützte tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow hat dem US-Sender HBO ein bezeichnendes Interview gegeben. Darin ging es unter anderem darum, dass in Tschetschenien Dutzende schwule Männer gefoltert und ermordet worden sein sollen.

Reporter David Scott sprach Kadyrow auf diese Berichte an. Das sei Unsinn, sagte Kadyrow. Dann setzte er zu einer hasserfüllten Tirade an. "Warum ist [der Journalist] hierher gekommen? Was ist der Sinn dieser Fragen? Das ist Schwachsinn. Wir haben hier keine dieser Leute. Wir haben keine Schwulen. Wenn es welche gibt, bringt sie nach Kanada. Gott sei gepriesen. Bringt sie sehr weit weg von uns, so dass wir sie nicht hier zu Hause haben. Um unser Blut zu reinigen: Wenn es hier irgendwelche gibt, nehmt sie."

Kadyrow bezeichnete schwule Männer als "Teufel. Sie stehen zum Verkauf. Sie sind keine Menschen. Gott soll sie für das verdammen, was sie uns vorwerfen. Sie werden sich vor dem Allmächtigen dafür verantworten müssen."

Warum der tschetschenische Republikchef überhaupt interviewt wird, ist einfach erklärt: Der Präsident ist ein leidenschaftlicher Fan der Kampfsport Mixed Martial Arts. Das Gespräch wurde für dei HBO-Sendung "Real Sports" geführt und soll am 18. Juli ausgestrahlt werden. Zusammen mit dem Magazin "Vice" hatte der Pay-TV-Sender HBO vor einigen Wochen bereits eine Reportage aus einem außergesetzlichen Gefängnis in Tschetschenien veröffentlicht, in dem schwule Männer gefoltert worden sein sollen.

Kadyrow hatte mehrfach abgestritten, dass Homosexuelle in Tschetschenien verfolgt werden. Es habe nie Schwule gegeben, sagte er im Mai: "Es sei denn, wir sprechen von denen, die sich so bezeichnen, damit sie in den Westen gehen können".