Politik | Ausland
01.01.2018

Präsident Emmanuel Macron will den "europäischen Ehrgeiz wiederfinden"

Frankreichs Präsident hofft auf Zusammenhalt in der EU.

In seiner ersten Neujahrsansprache hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erneut bestätigt, dass er der starke Mann Europas sein will. Neben dem Versprechen, das hohe Reformtempo in Frankreich beibehalten zu wollen, richtete er sich in seiner Rede auch an die übrigen Bürger der Europäischen Union.

Er plane "Großes" für die EU im Jahr 2018. Schon vor einigen Monaten hatte er teils umstrittene Vorschläge zur Reform der Union vorgelegt. Unter anderem setzt er sich für einen eigenen Haushalt der Eurozone und einen europäischen Finanzminister ein. Ohne eine handlungsfähige deutsche Regierung kann er die Pläne allerdings nicht weiterbringen.

"Meine lieben europäischen Mitbürger, ich werde Sie in diesem Jahr brauchen", sagte er am Sonntagabend. "Wir müssen den europäischen Ehrgeiz wiederfinden." Es brauche "ein souveräneres, vereinteres, demokratischeres Europa, weil das gut für unsere Völker ist".

Bulgarien übernimmt

Elf Jahre nach Bulgariens EU-Beitritt übernimmt Sofia mit 1. Jänner den halbjährlich wechselnden EU-Beitritt. "Einigkeit macht stark", soll das Motto für den vom ärmsten europäischen Land geleiteten Vorsitz sein. Sofia will in den nächsten sechs Monaten zur "Sicherheit, Stabilität und Solidarität" in Europa beitragen. Eine klare Perspektive für die EU-Integration der Balkanstaaten steht ebenfalls auf dem Programm.

In Bulgarien regiert seit Mai eine pro-europäische Koalition der bürgerlichen GERB von Ministerpräsident Boiko Borissow mit den national-populistischen Vereinigten Patrioten. Die Mehrzahl der Bulgaren ist EU-freundlich. Nach zehn Jahren in der Union befürworteten einer Umfrage zufolge 77 Prozent der Bulgaren die EU-Mitgliedschaft ihres Landes.