Rodrigo Duterte sprach über eine angebliche Gottesbegegnung

© REUTERS/LEAN DAVAL JR

Philippinen
10/28/2016

Duterte: Gott forderte ihn auf, nicht mehr zu fluchen

Der umstrittene philippinische Präsident Rodrigo Duterte will während eines Fluges mit Gott gesprochen haben. Jetzt möchte er mit seinen Beschimpfungen aufhören.

Rodrigo Duterte irritiert die Öffentlichkeit regelmäßig mit üblen Ausfälligkeiten. Barack Obama und Papst Franziskus mussten sich bereits vom philippinischen Präsidenten als "Hurensohn" beschimpfen lassen. Nun soll damit Schluss sein, kündigte Duterte nach seiner Rückkehr von einem Staatsbesuch in Japan am Donnerstag an. Die Begründung irritiert erneut: Niemand geringerer als Gott persönlich soll ihm das auf seinem Rückflug von Japan eingegeben haben, erklärte Duterte vor philippinischen Journalisten.

Eine Stimme

Alle anderen im Flugzeug hätten geschlafen und geschnarcht, als Duterte aus dem Fenster in die Ferne geblickt und plötzlich eine Stimme gehört haben will:

"Wenn du nicht aufhörst zu fluchen, werde ich dieses Flugzeug sofort abstürzen lassen."

Duterte habe gefragt: "Wer ist das?"

"Gott natürlich", habe die Stimme gesagt.

"Und daher versprach ich Gott, nicht mehr zu schimpfen und zu fluchen. Ihr habt richtig gehört, weil ein Versprechen an Gott ist auch ein Versprechen an das philippinische Volk", erklärte der Präsident des katholisch dominierten Landes.

Zuletzt hatte der philippinische Staatschef die Weltöffentlichkeit Ende September schockiert, als er seinen brutalen Anti-Drogen-Krieg mit dem millionenfachen Mord an Juden während des Holocaust verglichen hat.

In Japan bereits etwas zahmer

Auf seinem Staatsbesuch in Japan hatte sich Duterte schon etwas zahmer gegeben. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe habe ihn auf seine jüngsten kritischen Äußerungen gegenüber den USA angesprochen. "Ich habe ihm gesagt: Es sind bloß Worte. Warum schenken Sie ihnen Bedeutung?", sagte Duterte. Dann erneuerte Duterte seine Kritik an den USA: Diese hätten ungerechterweise Bedenken über die Menschenrechtslage auf den Philippinen geäußert und das Land wie einen "Hund" behandelt.

Vergangene Woche hatte Duterte bei einem Besuch in China die "Trennung" der Philippinen von den USA verkündet. Nachdem die US-Regierung mit Befremden reagierte, relativierte er seine Äußerungen und sagte, dies bedeute keinen Abbruch der diplomatischen Beziehungen. In außenpolitischen Fragen wollten die Philippinen jedoch künftig ihren eigenen Weg verfolgen.

Forderte Abzug der US-Truppen

Bei einer Wirtschaftskonferenz in Tokio forderte Duterte dann am Mittwoch den Abzug "ausländischer Truppen" aus seinem Land - er bezog sich damit eindeutig auf die US-Truppen. Sein Außenminister Perfecto Yasay sagte danach, Duterte werde die US-Soldaten nicht aus dem Land werfen.

Duterte hatte auch in der Vergangenheit gedroht, gemeinsame Militärübungen mit den USA zu beenden. Die Patrouillen mit den USA im Südchinesischen Meer sind bereits vorläufig ausgesetzt. Bis zu Dutertes Amtsantritt Ende Juni waren die Philippinen jahrzehntelang einer der wichtigsten und loyalsten Verbündeten der USA in Asien.

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