Politik | Ausland
05.03.2018

Ost-Ghouta: Hilfskonvoi brach Mission wegen Beschusses ab

Es konnte nicht alles abgeliefert werden. Aktivisten meldeten 68 getötete Zivilisten.

Der Hilfskonvoi für die Einwohner der belagerten Rebellenhochburg Ost-Ghouta in Syrien hat seine Mission am Montag vorzeitig beendet. "Wir haben während des Beschusses so viel geliefert, wie wir konnten", schrieb der für Syrien zuständige Vertreter des UN-Flüchtlingshilfwerks UNHCR, Sadjad Malik, im Kurzbotschaftendienst Twitter. Allerdings habe nicht alles abgeliefert werden können.

"Die Zivilisten sind in einer tragischen Situation gefangen", fügte Malik hinzu. Der Konvoi mit dringend benötigten Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern war am Montag in den östlichen Vororten von Damaskus eingetroffen. Es war die erste Hilfe für die Bewohner Ost-Ghoutas seit Beginn der Offensive durch die Regierungstruppen. Laut UNHCR war der Hilfskonvoi knapp neun Stunden in der Stadt Duma in Ost-Ghouta, bevor die Mission angesichts des Beschusses vorzeitig beendet wurde und der Konvoi abzog.

Zwar gilt in dem Gebiet seit einer Woche eine tägliche mehrstündige Feuerpause, um Hilfslieferungen und die Bergung von Verletzten zu erlauben, ein Ende der Luftangriffe bewirkte sie aber nicht. Der den Rebellen nahe stehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden am Montag bei den Angriffen 68 Zivilisten getötet. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen nach eigenen Angaben von Aktivisten vor Ort; für Medien sind sie kaum zu überprüfen.