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Politik Ausland
11/29/2020

Neues Gesetz: Indien will "Love Jihad" verbieten

Regionen planen Gesetze gegen Mischehen. Das erhitzt vor allem die Gemüter von Muslimen im Land.

von Karoline Krause-Sandner

Interreligiöse Eheschließungen sind in Indien sehr selten. Meist wird innerhalb der eigenen Kaste geheiratet, damit auch innerhalb der eigenen Konfession.

Dennoch planen fünf indische Teilstaaten Gesetze gegen Mischehen. Genauer gesagt sollen Eheschließungen unter Strafe gestellt werden, die dazu dienen sollen, die Partnerin zur Muslimin zu machen. Im Blick sind Muslime, die Hindu-Frauen heiraten, um sie zur Konversion zu bewegen.

Basis dieser Motivation könnte eine Verschwörungstheorie sein, wie die Neue Zürcher Zeitung kommentiert. Denn in der stark zwischen Hindus und Muslimen gespaltenen Gesellschaft geht die Mär um, dass Muslimische Männer eine Art „Love Jihad“ verfolgen: Sie heiraten Hindu-Frauen, damit diese zum Islam übertreten und – möglichst viele – muslimische Kinder gebären, damit die Muslime die Mehrheit in der Bevölkerung bilden können. In Indien leben rund 1,4 Milliarden Menschn. Davon sind rund 195 Millionen Muslime, das entspricht knapp 15 Prozent der Bevölkerung.

Weitere Polarisierung

In allen fünf Teilstaaten, die entsprechende Gesetze planen, regiert die Hindu-nationalistische BJP von Premierminister Narendra Modi.

Die geplanten Regelungen sind nicht deren erste Aktionen, die auf muslimische Inder abzielen. Vor allem das neue Staatsbürgerschaftsgesetz, das im Vorjahr eingeführt wurde, ließ die Wogen hochgehen.

Das Gesetz sieht für Hindus, Christen und andere religiöse Minderheiten aus Indiens Nachbarstaaten Bangladesch, Pakistan und Afghanistan Vereinfachungen bei der Einbürgerung vor. Es ermöglicht auch Nicht-Muslimen, die illegal in Indien leben, die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Gegner des Gesetzes kritisieren, dass es Muslime diskriminiere. Die Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen sind seither immer stärker geworden. Bei Protesten starben Dutzende Menschen.

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