Maskenpflicht fällt: Großbritannien setzt auf Durchseuchung
"Wir hatten die schnellste Booster-Kampagne in Europa und sind die Ersten, die aus der Omikron-Welle auftauchen." Mit diesen Worten kündigte Premier Boris Johnson am Mittwoch im britischen Parlament das Ende der meisten Corona-Regeln ab nächster Woche an.
Auch wenn die Pandemie nicht vorbei ist, sei die Zeit für Lockerung gekommen, weil "unsere Wissenschafter es für wahrscheinlich halten, dass die Omikron-Welle landesweit ihren Höhepunkt überschritten hat". Aber auch, um parteiinterne Kritiker zu besänftigen, fallen ab 27. Jänner die meisten der wegen Omikron vor Weihnachten eingeführten "Plan B"-Restriktionen. Dazu gehören etwa die Empfehlung zu Homeoffice und die 3-G-Nachweispflicht in Clubs und Nachtlokalen.
Unter lautem Jubel seiner konservativen Fraktion teilte Johnson mit, dass schon "von morgen an keine Masken mehr in Klassenräumen verlangt werden". Nächste Woche fällt diese Pflicht auch im öffentlichen Raum. "Wir werden dem Urteilsvermögen des Volkes vertrauen", formulierte Johnson.
In einer turbulenten Debatte, in der er erneut mit Rücktrittsforderungen konfrontiert wurde, griff er die Opposition an: Ginge es nach der Labour-Partei, "wäre das Land noch immer im Lockdown".
Bye, Quarantäne?
Omikron hatte Großbritannien einige Zeit fest im Griff, am Dienstag fiel die Zahl der Neuinfektionen um 39 Prozent zum Sieben-Tages-Schnitt, der unter die 100.000-Marke gerutscht ist. Todesfälle, wo Trends meist verzögert aufscheinen, stiegen in der letzten Woche jedoch um 15 Prozent auf 1.904.
Johnson sprach sich am Mittwoch auch dafür aus, die derzeit bis 24. März laufende Quarantäne-Pflicht für Infizierte früher aufzuheben, "genauso wie wir keine rechtliche Verpflichtung auferlegen, sich zu isolieren, wenn man an Grippe erkrankt ist".
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