© APA/AFP/MANDEL NGAN

Politik Ausland
11/25/2020

Ivanka Trump und Jared bauen neue Luxus-Bleibe und suchen neues Image

Das Vorzeige-Paar der Trump-Präsidentschaft muss sich neu aufstellen - an Geld mangelt es nicht, aber das Image ist angekratzt.

von Konrad Kramar

Ihre prachtvolle Stilvilla im noblen Kalorama-Viertel in Washington galt ja als die schickste politische Adresse der letzten vier Jahre. Auch Österreichs Bundeskanzler Kurz wurde die Ehre zuteil, dort zum Abendessen eingeladen zu sein. Doch mit Donald Trumps übellaunigem Abschied aus dem Weißen Haus stellt sich auch für Tochter Ivanka und ihren Mann Jared Kushner wieder die Frage, wohin? In der Hauptstadt, so meinen viele Society-Insider, seien sie nie wirklich angekommen. Entsprechend schnell werde sich auch der Abschied gestalten. Das Haus war ja ohnehin nur gemietet - um kolportierte 15.000 Dollar pro Monat. Zum Glück gibt es ja Immobilien in der Familie, in denen man unterkommen kann.

Landhäuschen in New Jersey

 Derzeit, so berichtet, etwa die New York Times, wird das Landhäuschen der beiden in New Jersey großzügig umgebaut. Es liegt auf einem der Trump-eigenen Golfplätze im Örtchen Bedminster und ist schon nach Amtsantritt des Herrn Papa um mehr als 200 Quadratmeter vergrößert worden. Damals etwa kamen ein Kaminzimmer und ein ganzer unterirdischer Stock dazu.

Yoga-Studio und Helikopterlandeplatz

Jetzt aber geht man die Sache schon etwas umfassender an. Bis also Ivanka, Jared und ihre drei Kinder ihr Leben nach New  Jersey verlegen, muss noch einiges geschehen. Nach US-Medienberichten soll ein eigenes Yoga-Studio gebaut werden, eine Wellness-Anlage und ein Helikopter-Landeplatz. Der Neubau des ehelichen Schlafzimmers nimmt sich daneben schon eher wie eine Kleinigkeit aus.

Corona-Zwist in der Schule

Die Kushners galten zwar als mächtiges politisches Drahtzieher-Paar, haben aber vor allem privat jede Menge Schwierigkeiten in Washington produziert.

So gab es an der noblen Privatschule, in der man die Kinder unterbrachte, anfangs massiven Widerstand gegen das Paar und natürlich auch die Sicherheitsvorschriften, die die Aufnahme von deren Kindern mit sich brachte. Die Sache eskalierte endgültig erst während der Corona-Pandemie. Nachdem der Präsident und die First Lady krank geworden waren, wollte die Schulbehörde natürlich wissen, wie nahe die Kinder der Kushners den beiden gekommen seien. Das Ehepaar soll die Auskunft verweigert haben und musste schließlich die Kinder von der Schule nehmen und in eine andere geben. Mit dem Abschied aus DC ist dieses Problem aber ohnehin hinfällig.

Ablehnung in New York

Am naheliegendsten wäre ja eigentlich die Rückkehr nach New York. Immerhin war das Paar ja über Jahre gern gesehener und prominenter Teil der besten Kreise Manhattans. Doch die turbulenten Trump-Jahre und die politische Spaltung des Landes machen auch das eher schwierig, wie die Klatschkolumnisten der Stadt mutmaßen: Der Empfang der Heimkehrer, so folgert etwa der Guardian aus diesen Berichten, wäre "brutal".

Outsider Trump

Politisch ist das nachvollziehbar. Die liberale New Yorker Society konnte mit Donald Trump nie etwas anfangen. Schon als Immobilienmogul galt er als Außenseiter, da half auch der Trump-Tower mit all seinem Luxus nicht viel. Ivanka dagegen gelang es, in diese Kreise vorzudringen, hilfreich dabei war natürlich die Familie von Ehemann Jared. Die gehört zur jüdischen Aristokratie von New York. Doch nach der Skandalpräsidentschaft haben sich auch diesbezüglich die Aussichten für Ivanka und Jared eher verfinstert.

"Sie sind nicht willkommen"

Sie würden also eine Rückkehr derzeit tunlichst vermeiden, wie ein Reporter der lokalen Radiostation WNYC erklärt: "Ich sehe keine Anzeichen, dass sie hierher zurückkommen, oder dass sie in irgendeiner Weise willkommen wären." Außerdem hat Ehemann Jared, der ja auch das riesige Immobilien-Unternehmen seiner Familie führt, seine geschäftlichen Interessen ohnehin eher in den US-Mittelwesten verlagert. Die Neuaufstellung - zumindest, was das Gesellschaftliche anbelangt - wird für das Glamour-Paar der Trump-Ära nicht ganz leicht. Für einen Kolumnisten der New York Times Grund genug, den beiden eine offene Frage zu stellen: "Sag mir Jared, und sei ehrlich Ivanka. War es das wert?"

 

 

 

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