Politik | Ausland
19.04.2018

Israel feierte seinen 70. Unabhängigkeitstag

Österreich beteiligte sich mit einer C-130 Hercules, die über dem Strand von Tel Aviv flog.

Israel hat den 70. Jahrestag seiner Gründung am Donnerstag mit einer großen, landesweiten Flugschau gefeiert. In der Früh überflogen Flugzeuge und Kampfhubschrauber den Amtssitz des Präsidenten Reuven Rivlin in Jerusalem. Dutzende Jets, darunter auch Kampfflieger des Typs F-16, donnerten dann im Verlauf des Tages über rund 100 Städte und Gemeinden in dem Mittelmeerland.

Vor der Küste vollführten Kampfpiloten am Donnerstag schwierige Flugfiguren und Israels Marine präsentierte in einer Parade ihre Flotte. Fallschirmjäger sprangen über dem Mittelmeer ab. Zum ersten Mal nahmen auch Luftwaffen anderer Länder an der traditionellen Flugshow teil. Griechenland, Italien, Österreich, Kanada, Großbritannien und Polen hatten Teams geschickt.

Österreich beteiligte sich mit einer C-130 Hercules, die über dem Strand von Tel Aviv flog. Der Kommandant der österreichischen Luftstreitkräfte, Generalmajor Karl Gruber, war selbst in der Maschine zu den Feierlichkeiten nach Israel geflogen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, gegenüber der APA. Gruber betonte in einer Videobotschaft, dass sich Österreich wegen der Einladung "sehr geehrt" fühle. Er gratulierte dem Staat Israel auf Englisch und Hebräisch zu seinem 70-jährigen Bestehen.

"Eine Erfolgsgeschichte"

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte Deutschlands Verpflichtung für Israels Sicherheit. Sie sagte Israel einen entschlossenen Kampf gegen Judenhass zu. "Wir wenden uns entschlossen gegen Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen", schrieb die Kanzlerin in einem am Donnerstag veröffentlichten Grußwort für die "Jüdische Allgemeine". Die Sicherheit des Staates Israel sei und bleibe Teil der Staatsräson Deutschlands.

In Österreich äußerte sich der ÖVP-Europaabgeordnete Heinz K. Becker: 70 Jahre Israel seien "eine Erfolgsgeschichte", sagte Becker in einer Aussendung: "Das moderne Israel ist ein pulsierender, multikultureller, demokratischer Staat." Er zeigte sich besorgt über den steigenden Antisemitismus in Europa. "Die Europäische Union trägt eine historische Verantwortung für Israels Existenzrecht. Wir müssen dem Kampf gegen Antisemitismus in ganz Europa unbedingte Priorität einräumen." Der geschäftsführende SPÖ-Klubchef Andreas Schieder gratulierte Israel via Twitter zum 70. Unabhängigkeitstag.

Die Feierlichkeiten im jüdischen Staat, die am Mittwochabend begannen, sollen 70 Stunden dauern und bis Samstagabend gehen. Während des Sabbats ab Freitagabend gibt es eine Ruhepause.

Zahlreiche Israelis feierten den Unabhängigkeitstag traditionell mit Grillpartys im Freien. Die Feierlichkeiten zu Israels 70. Unabhängigkeitstag hatten am Mittwochabend mit einer opulenten Zeremonie auf dem Herzl-Berg in Jerusalem begonnen. "Wir können uns aus eigenen Kräften selbst verteidigen, das ist die Essenz der Unabhängigkeit", sagte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in einer Ansprache. Bei der Zeremonie wurden feierlich Fackeln entzündet.

Partys bis zum Morgengrauen

Am Abend wurden in vielen Städten, darunter in Tel Aviv, Feuerwerke entzündet. Entlang der Mittelmeerküste und auf den Straßen feierten die Menschen auf zahlreichen Partys bis zum Morgengrauen.

Die Israelis sind "extrem stolz auf ihren Geburtstag", sagte die israelische Botschafterin in Österreich, Talya Lador-Fresher, im Gespräch mit der APA. Doch für die meisten Israelis gelte: "Wir nehmen unseren Staat nicht als selbstverständlich hin". Der Staat sei für Israelis nicht so "normal" wie etwa für die Österreicher die Republik Österreich. Noch immer herrsche ein "Gefühl der Unsicherheit". Aktuell seien die Israelis besonders wegen des Konflikts in Syrien und dem Einfluss des Iran besorgt.

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 ausgerufen. Staatsgründer David Ben Gurion verlas in Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung. Israel feiert sein 70. Jubiläum allerdings nach dem hebräischen Kalender am 19. April.

In Israel leben nach aktuellen Angaben des Zentralen Israelischen Statistikbüros 8,8 Millionen Menschen. 75 Prozent von ihnen sind Juden und rund 20 Prozent sind Araber.