Mädchenschule im Iran bombardiert: Video widerlegt Trump-Behauptung

US-Präsident Trump hatte das Mullah-Regime beschuldigt, die Mädchenschule im Iran selbst bombardiert zu haben. Nun belastet ein Video das US-Militär schwer.
FILE PHOTO: US says it wouldn't deliberately target a school after Iran said over 160 killed in strike

Es war jener Angriff, der seit Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran vor über einer Woche weltweit wohl das größte Entsetzen auslöste: Am 28. Februar, dem ersten Kriegstag, wurde in Minab im Süden des Iran eine Mädchenschule von einer Rakete getroffen. Nach iranischen Angaben kamen bei dem Angriff am frühen Vormittag mindestens 168 Menschen ums Leben, darunter viele Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren.

Eine Analyse der New York Times legt nun nahe, dass die Shajareh-Tayyebeh-Grundschule von einem US-Flugkörper getroffen wurde. Dafür wurden Satellitenbilder, Social-Media-Beiträge und Videos ausgewertet.

Ein nur wenige Sekunden langes Video, das am Sonntag von der iranischen Nachrichtenagentur Mehr veröffentlicht und von der NYT verifiziert wurde, zeigt einen Tomahawk-Marschflugkörper, der am 28. Februar einen an die Schule angrenzenden Marinestützpunkt trifft. Dieser wird von den iranischen Revolutionsgarden betrieben. Zuvor hatte bereits ein Rechercheteam der Plattform Bellingcat das Video verifiziert.

Nachdem die Militärbasis getroffen wurde, steigen Rauch- und Trümmerwolken aus dem Gebäude auf. In der Ferne sind die Schreie von Augenzeugen zu hören. Als die Kamera nach rechts schwenkt, steigen große Staub- und Rauchwolken aus dem Bereich um die Grundschule auf. Dies deute der Zeitung zufolge darauf hin, dass diese kurz vor dem US-Angriff auf die Marinebasis getroffen worden war. 

Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern

Seit dem 28. Februar, als der US-israelische Angriff auf den Iran begann, wurden Dutzende Tomahawks von Kriegsschiffen der US-Navy auf Ziele im Iran abgefeuert. Tomahawk-Marschflugkörper haben eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern. Sie können Land- und Seeziele angreifen und sind damit ein wichtiger Bestandteil des US-Arsenals. 

Am 28. Februar feuerte die US-Marine nach Aussagen von Verteidigungsminister Pete Hegseth Marschflugkörper des Typs Tomahawk auf iranische Streitkräfte. Weder das israelische noch das iranische Militär setzen Tomahawk ein. 

Trump dementiert Beschuss

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor das Mullah-Regime beschuldigt, selbst für die Bombardierung der Mädchenschule verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA für den verheerenden Angriff verantwortlich seien, sagte Trump an Bord des Regierungsfliegers Air Force One vor Journalisten: „Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan.“ 

US-Verteidigungsminister Hegseth, der mit ihm reiste, bestätigte das nicht direkt. Die USA untersuchten den Vorfall, sagte er. 

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