EMA-Chefmediziner über Impfstoffe: "Stimmt nicht, dass EU langsamer ist"

Europäische Arzneimittelagentur EMA in Amsterdam
Die Zulassung eines dritten Corona-Impfstoffes steht bevor. Bis Jahresmitte kommt "noch der eine oder andere dazu", sagt der Chefmediziner der EMA.

Am Freitag wird die Europäische Arzneimittelagentur EMA über die Zulassung eines dritten Covid-19-Impfstoffes in der EU entscheiden – jenem von AstraZeneca. Und doch heißt es auch für den Leitenden Mediziner bei der EMA, Hans-Georg Eichler, weiter auf eine Impfung warten. Der österreichische frühere Vize-Rektor der Med-Uni Wien über Engpässe, politischen Druck und Grund zu Optimismus.

KURIER: AstraZeneca war der erste Impfstoff, bei dem die EMA das so genannte beschleunigte Verfahren angewendet hat. Dann aber wurde er von Biontech/Pfizer und Moderna überholt, die beide mittlerweile zugelassen sind. Warum dauert die Zulassung hier solange?

Hans-Georg Eichler: Bei AstraZeneca gab es Schwierigkeiten bei den großen klinischen Studien. Und obwohl sie anfangs einen Vorsprung hatten, hat sich der Prozess der Zulassung deshalb gegenüber den beiden anderen Impfstoffen verzögert.

Überhaupt, wieso dauert es in der EU so lange? In UK wird AstraZeneca schon seit Anfang Jänner verimpft…

In der EU haben wir zwei Impfstoffe – Pfizer und Moderna. In Großbritannien gibt es auch zwei  - nämlich Pfizer und AstraZeneca. Wir waren deutlich schneller beim Moderna-Impfstoff. Es stimmt also nicht, dass die EU langsamer ist, das gilt nur für AstraZeneca. Aber es geht hier nicht um ein Rennen, sondern darum, so rasch wie möglich zu einer Urteilsfindung zu kommen  - aber ohne Abkürzungen bei unseren Standards der Sicherheit.

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