© APA/AFP/ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

Politik Ausland
08/28/2021

Helferin in Kabul: "Die Angst vor dem Tod ist immer da"

Asunta Charles leitet in Afghanistan das Kinderhilfswerk World Vision. Im KURIER spricht sie über die Notsituation und die Zeit nach dem Truppenabzug.

Von Eva Sager

Der Platz vor dem Gate am Flughafen in Kabul ist menschenleer. Dort, wo vor Kurzem noch Tausende Menschen Schulter an Schulter auf einen Evakuierungsflug gewartet haben, herrscht gähnende Leere. Nach dem Doppelanschlag der Terrormiliz IS machen sich Schock und Frustration in der afghanischen Bevölkerung breit. Asunta Charles will trotzdem bleiben. Seit 2020 leitet sie die Kinderhilfsorganisation von World Vision in Afghanistan. „Nennen Sie irgendeine humanitäre Krise, die Menschen hier sind damit konfrontiert“, sagt Charles.

Sei es Lebensmittelknappheit,  ein mit der Pandemie überfordertes Gesundheitssystem oder unterernährte Kinder. Fast die Hälfte der Bevölkerung, rund 18 Millionen Menschen, ist laut World Vision auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen.

Seit der Machtübernahme der Taliban würden sich bereits vorherrschende Probleme zusätzlich verstärken. Neu dazugekommen seien Sicherheitsfragen. „Für Zivilistinnen und Zivilisten ist es sehr gefährlich. Man kann sich nicht frei bewegen, und die Angst vor dem Tod ist immer da. Man kann jederzeit angegriffen  und getötet werden“, sagt Charles zum KURIER. 

Standort nicht aufgeben

Die Vereinten Nationen rechnen bis Jahresende mit bis zu einer halben Millionen afghanischer Flüchtlinge. World Vision möchte den Standort in Kabul nicht aufgeben. Für die gebürtige Inderin Asunta Charles ist die Verpflichtung, vor Ort  zu sein und Hilfe zu leisten, wichtiger denn je. „Im Moment fühle ich mich sicher und bin entschlossen, zu bleiben und weiterzuarbeiten. Aber wir wissen nicht, was die Zukunft bringt“, sagt Charles. „Wir müssen die Situation genau beobachten, welche Einschränkungen auf uns zukommen, ob unsere weiblichen Angestellten arbeiten dürfen. Das sind Dinge, auf die wir noch keine Antworten haben.“

Die Ungewissheit ist also groß. Derzeit könne sie ihr Haus verlassen, die war schon auf der Straße und im Einkaufszentrum.

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