Grönland: Wo die jungen Männer sterben

Grönland: Wo die jungen Männer sterben
Nirgends ist die Suizidrate höher als im Osten der größten Insel der Welt. Die Gründe sind vielfältig, die Lösungen komplex.

In einer kleinen, etwas abgeranzten Hafenkneipe in Tasiilaq an der Ostküste Grönlands hat ein junger Mann das Bedürfnis zu reden.

Kaum hat sich Lars, so soll er in dieser Geschichte heißen, mit gleich drei Heineken-Flaschen in der Hand ungefragt an den Tisch dazu gesetzt, legt er los.

„Schon früher haben sich zwei meiner Geschwister das Leben genommen“, erzählt er ansatzlos, „und gestern Nacht mein bester Freund“. Jetzt muss er mit jemandem darüber sprechen, fährt er fort. Auch wenn es ein Fremder ist, „sonst werde ich verrückt“.

Besonders hoch ist die Rate unter männlichen Jugendlichen

Klingt brutal, ist es auch. Doch Lars’ Geschwister und sein bester Freund sind keine Einzelfälle, Grönland weist die höchste Suizidrate der Welt auf. 79,6 von 100.000 Einwohnern der gigantischen, spärlich besiedelten Eis-Insel haben im Jahr 2022 versucht, sich das Leben zu nehmen. 

Besonders hoch ist die Rate mit 107,3 unter männlichen Jugendlichen. In Dänemark und auch Österreich ist es ein Zehntel davon. Doch woran liegt das?

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