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Nach dem Putsch
08/20/2016

Türkisches Gericht verhängte U-Haft über Asli Erdoğan

Die Autorin und 23 weitere Menschen waren nach der Schließung der pro-kurdischen Zeitung "Özgür Gündem" festgenommen worden.

Ein türkisches Gericht hat die Autorin Asli Erdoğan, die auch in Graz und Zürich "writer in exile" bzw. "writer in residence" war, in Untersuchungshaft genommen. Zuvor sei sie von Staatsanwälten vernommen worden, berichtete die Zeitung Hürriyet am Samstag weiter. Internationale Medien hatten am Freitag von ihrer Festnahme berichtet.

Erdoğan und 23 weitere Menschen waren nach der Schließung der pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem festgenommen worden. Der Zeitung wird Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Erdogan schrieb in der Vergangenheit Kolumnen für die Zeitung und war auch als Beraterin tätig. Die Autorin ist auch international bekannt. Ihre Bücher wurden unter anderem im Züricher Unionsverlag publiziert. Erdogan hatte zunächst Informatik und Physik studiert und arbeitete von 1991 bis 1993 als Physikerin am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf.

Recht auf Meinungsäußerung

Die IG Autoren forderte am gestrigen Freitag ihre sofortige Freilassung. Gerhard Ruiss sagte seitens der IG AutorInnen, die Regierung Erdogan brauche auch gar keine Begründungen mehr für Festnahmen: Alle, die nicht mit ihr seien, sind für sie "Terroristen". "Wir fordern nicht nur die umgehende Freilassung von Asli Erdogan und ihrer Kolleginnen und Kollegen, wir fordern auch alle infrage kommenden österreichischen Stellen zur umgehenden Einschaltung auf, um ihre sofortige Freilassung zu bewirken", so Ruiss.

Der Schriftstellerverband PEN International erklärte, Erdoğan und andere Beschuldigte seien offensichtlich nur festgenommen worden, weil sie friedlich das Recht auf freie Meinungsäußerung genutzt hätten.

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