Frust in Großbritannien: "Weihnachten ist abgesagt"

Frust in Großbritannien: "Weihnachten ist abgesagt"
Großbritannien führt neue, noch höhere Corona-Warnstufe ein. Die Polizei soll die Menschen daran hindern, Risikogebiete zu verlassen. Georg Szalai aus London.

„Ich bin am Boden zerstört“, sagt Michelle, 37, die knapp außerhalb von London wohnt und zum ersten Mal Weihnachten ohne ihre Familie verbringen muss. Denn „Weihnachten ist abgesagt“: So fassten britische Medien die wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Corona-Variante hastig einberufene Pressekonferenz von Premier Boris Johnson am Samstag zusammen.

Seit Sonntag fallen London und andere Teilen Südostenglands in eine neu geschaffene Warnstufe 4 mit strengsten Restriktionen. Bis auf wenige Ausnahmen dürfen die Menschen hier über Weihnachten keinen anderen Haushalt treffen, was Johnson vor wenigen Tagen noch als „unmenschlich“ abgetan hat. „Wenn das Virus seine Angriffsmethode ändert, müssen wir unsere Verteidigungsmethode ändern“, sagte er nun.

Viele Menschen reagieren frustriert auf die neueste Kehrtwende. Alex in London ärgert sich über die „katastrophalen und tödlichen Entscheidungen“, weil die strikteren Regel trotz Experten-Warnungen erst „in letzter Minute“ gekommen seien.

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