Politik | Ausland
23.04.2017

Macron gewinnt ersten Wahlgang, Duell gegen Le Pen in der Stichwahl

Laut ersten Hochrechnungen werden Emmanuel Macron und Marine Le Pen in Frankreich die Stichwahl in zwei Wochen bestreiten. Wir begleiten Sie live durch den Abend.

Die ersten Hochrechnungen sehen Emmanuel Macron, der für seine eigene Bewegung "En Marche!" (Vorwärts) antritt, als Sieger im ersten Wahlgang bei den französischen Präsidentschaftswahlen. Er erreicht 23,7 Prozent, Marine Le Pen 21,7. Dahinter liegen Fillon und Melenchon mit 19,5 Prozent. Damit sind Macron und Le Pen in der Stichwahl, sie wird in zwei Wochen stattfinden.

Le Pen schnitt diesmal wesentlich besser ab als vor fünf Jahren, als sie im ersten Wahlgang 17,9 Prozent der Stimmen geholt hatte, aber es nicht in die zweite Wahlrunde schaffte.

Die Wahl wird auch in ganz Europa mit Spannung verfolgt. Denn die FN-Chefin will die Euro-Währung in Frankreich abschaffen und ihre Mitbürger über einen Austritt aus der EU abstimmen lassen. Der entscheidende zweite Wahlgang am 7. Mai dürfte damit auch zu einer Abstimmung über Europa werden. Der sozialliberale Macron ist europafreundlich eingestellt.

Etwa 47 Millionen Franzosen waren zur Wahl des Nachfolgers von Präsident Francois Hollande aufgerufen. Insgesamt wollten elf Kandidaten den Sozialisten beerben. Hollande hatte sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit beworben. Der französische Staatschef hat weitreichende Machtbefugnisse, seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Leitartikel: Sieg des Mannes ohne Partei
Analyse: Der Elan von Le Pen ist gebrochen
Macron-Porträt: Ein Feingeist auf dem Weg zum Elysee

Macron gewinnt ersten Wahlgang, Duell gegen Le Pen in der Stichwahl

  • 20:31

    "Ich möchte in 14 Tagen Präsident sein", sagt Emmanuel Macron - und das ist unser Schlusswort für den heutigen Abend, Kollege Oberascher und ich wünschen Ihnen eine gute Nacht!

  • 20:26

    Nun spricht der Sieger des ersten Wahlgangs, Emmanuel Macron zu seinen Anhängern: "Wir haben das Gesicht des politischen Lebens Frankreichs verändert", sagt er.

  • 20:05

    Der linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon will in der Stichwahl niemanden unterstützen.

  • 19:47

    Erfreut kommentierten den sich abzeichnenden Sieg Macrons in der ersten Wahlrunde auch ÖVP-Europaabgeordneter Othmar Karas und Grünen-Chefin Eva Glawischnig. "Emmanuel Macron wird Präsident und das ist gut für Frankreich und Europa. Dies ist die dritte Niederlage für Rechtspopulisten und Nationalisten nach Österreich und den Niederlanden", teilte Karas in einer Aussendung mit. "Danke Frankreich!"

    Glawischnig sprach von einem "1:0 für Europa". "Das Ergebnis zeigt, dass ein proeuropäischer Kurs von den WählerInnen gewürdigt wird", schrieb die Grünen-Chefin in einer Aussendung. Ihre Parteikollegin Ulrike Lunacek sieht nun in der Stichwahl "die Frage Europäische Union: Ja oder Nein?" auf dem Stimmzettel. Die "noch nicht ganz gebannte Gefahr" eines Einzugs von Le Pen in den Elysee-Palast solle ein "Weckruf sein, die EU-Politik - so wie von uns Grünen schon lange gefordert - auf sozialere, demokratischere und ökologisch nachhaltigere Schienen zu stellen", schrieb die Vizepräsidentin des Europaparlaments.

  • 19:42

    Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat den Erfolg des parteiunabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen begrüßt. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir sehr gut leben können", erklärte Kern am Sonntagabend in Jerusalem. Er sei zuversichtlich, dass sich Macron in der Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durchsetzen werde.

    "Wir brauchen eine proeuropäische Politik in Frankreich", unterstrich der Regierungschef, "ein Frankreich, das europäische Akzente setzt." Es gelte, die Europa-Politik einigen Reformen zu unterziehen, aber gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit Marine Le Pen wäre diese europäische Perspektive nicht gegeben. "Sie steht eher für Zersetzung."

  • 19:41

    Jean-Luc Melenchon will im Gegensatz zu Francois Fillon seine Niederlage noch nicht eingestehen - obwohl er hinter ihm liegt. Die Zahlen, schreibt er auf seiner Facebook-Seite, würden nur auf Umfragen beruhen.

  • 19:27

    Im Anschluss an die Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen kam es in Paris zu offenbar gewalttätigen Protesten der Antifa gegen Marine Le Pen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Über das Ausmaß der Proteste ist noch nichts bekannt.

    FRANCE2017-VOTE-DEMO Foto: APA/AFP/THOMAS SAMSON FRANCE2017-VOTE-DEMO Foto: APA/AFP/THOMAS SAMSON

  • 19:24

    Marine Le Pen feiert ihren zweiten Platz:

    Far-right leader and candidate for the 2017 French… Foto: AP/Frank Augstein

  • 19:15

    Marine Le Pen spricht gerade zu ihren Anhängern, sie sieht in ihrem zweiten Platz ein historisches Ergebnis und will "das französische Volk befreien". Sie will das Land von der "Arroganz der Eliten" befreien und spricht sich einmal mehr gegen "Massenimmigration" aus.

  • 19:12

    Jetzt beginnt ein neuer Wahlkampf

    "Das Duell mit Marine Le Pen kann noch Überraschungen bergen", schreibt unser Frankreich Korrespondent Danny Leder in seiner Analyse. Denn insgesamt entfielen über 50 Prozent auf Anti-EU-Kandidaten. Aber: Der Elan von Marine Le Pen ist gebrochen. Hier geht's zur Analyse.

  • 19:09

    Eine erste Analyse von KURIER-Herausgeber Helmut Brandstätter: Sieg des Mannes ohne Partei.

  • 18:52

    Es wird die nächste Wahl unter dem Motto: "Alle gegen eine" werden. Der Stimmung im Front National tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil. Dass Le Pen nach aktuellem Stand um 3,8 Prozent zulegen konnte, wird als Erfolg gefeiert, auch wenn es laut aktuellen Umfragen auch diesmal wieder nicht für den ganzen großen Wurf, für die Präsidentschaft, reichen wird.

  • 18:48

    Selbiges gilt für den Kandidaten der Konservativen, Francois Fillon: Er hat seine Niederlage eingestanden und ruft dazu auf, Macron zu wählen.

  • 18:46

    Benoît Hamon, geschlagener Kandidat der Sozialisten und der sozialistische Premierminister Bernard Cazeneuve haben sich bereits - und wenig überraschend - dafür ausgesprochen, im zweiten Wahlgang für Emmanuel Macron zu stimmen.

  • 18:43

    Ein bisschen erinnert das auch an Österreich: Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg haben sich weder ein Kandidat der großen Mitte-links- oder Mitte-rechts-Parteien für die Stichwahl qualifiziert.

  • 18:34

    Freude bei den Macron-Anhängern:

    FRANCE2017-VOTE Foto: APA/AFP/ERIC FEFERBERG

  • 18:33

    Den Umfragen zufolge dürfte Emmanuel Macron eine Stichwahl gegen Marine Le Pen locker gewinnen. Die lagen zwar bei Brexit und Trump auch daneben, allerdings waren da die Umfragen jeweils viel knapper.

  • 18:30

    So schnell geht's: Die Märkte reagieren auf Wahlsieg Macrons - wenigstens ein bisschen. Nach ersten Meldungen über den Wahlsieg des europa-freundlichen Emmanuel Macron legte vor Marktöffnung um mehr als einen Cent auf 1,0840 Dollar zu.

  • 18:27

    Jean-Luc Melenchon, Kandidat der Linken, der sich nach zuletzt stark steigenden Umfragewerten ebenfalls Chancen auf die Stichwahl ausrechnen durfte, muss sich mit 19,5 Prozent knapp geschlagen geben, ex aequo mit dem konservativen Kandidaten Francois Fillon.

    Kritiker Melenchons, der in einem aktionistischen Wahlkampf vor allem die Jugend mobilisierte, dürften aufatmen. Neben Le Pen steht auch er für einen Anit-EU-Kurs. Melenchon hatte mit einem Austritt aus der EU gedroht, sollte sich die EU, bzw. Deutschland nicht bereit erklären, die strengen Maastricht-Regeln für die nationalen Budgets zu lockern.

  • 18:16

    Le Pen schnitt mit den heutigen Ergebnissen besser ab als vor fünf Jahren, als sie im ersten Wahlgang 17,9 Prozent der Stimmen geholt hatte. Der entscheidende zweite Wahlgang am 7. Mai wird damit auch zu einer Abstimmung über Europa. Wahlgewinner Macron, Chef der politischen Bewegung "En Marche!" (Auf dem Weg), ist europafreundlich eingestellt.