© APA/AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Politik Ausland
11/27/2021

Frankreich für Autonomiegespräche mit Karibikinseln

Zuvor war es in Guadeloupe und Martinique zu Protesten gegen die von der französischen Regierung geplante Impfpflicht gekommen.

Nach tagelangen, teils gewaltsamen Protesten auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe zeigt sich die Regierung in Paris bereit zu Gesprächen über eine Autonomie für das Überseegebiet. "Die Regierung ist bereit, darüber zu sprechen", sagte der für die Überseegebiete zuständige Minister Sebastien Lecornu in einem Interview: "Es gibt keine schlechten Diskussionen, solange diese dazu dienen, die wirklichen Alltagsprobleme der Menschen auf Guadeloupe zu lösen."

In der vergangenen Woche ist es im französischen Überseegebiet immer wieder zu schweren Ausschreitungen gekommen: Autos wurden angezündet, Barrikaden aufgebaut, Geschäfte geplündert. Die Ausschreitungen sprangen bald auf die benachbarte ebenfalls französische Insel Martinique über, wo Zivilisten auf Polizisten geschossen und mehrere Beamte verletzt haben sollen.

Misstrauen und Skepsis

Auslöser für die Ausschreitungen war die von der Regierung in Paris geplante Impfpflicht für medizinisches Personal und Feuerwehrleute gewesen. Auf dem französischen Festland gilt eine solche Impfpflicht bereits seit Mitte September. Auf Martinique und Guadeloupe herrschen jedoch traditionell ein großes Misstrauen gegenüber der Regierung in Paris und eine allgemein geringe Impfbereitschaft: Nicht einmal die Hälfte der Volljährigen in Guadeloupe und nur 39 Prozent der Erwachsenen in Martinique gelten als vollständig geimpft.

Lecornu sagte, mehrere Politiker auf Guadeloupe hätten die Frage einer Autonomie aufgeworfen, die den Status als Überseegebiet ändern würde. Das wäre ein weiteres Zugeständnis der Regierung in Paris, die bereits angekündigt hat, die Einführung der umstrittenen Impfpflicht für beide Inseln zu verschieben – sie soll voraussichtlich mit 1. Jänner 2022 in Kraft treten. Außerdem sollen die Gesundheitsversorgung verbessert, Infrastrukturprojekte vorangetrieben und mehr Jobs für junge Menschen geschaffen werden.

Bei bisherigen Umfragen hatte sich die Mehrheit der Bewohner der Karibikinseln immer für einen Verbleib bei Frankreich ausgesprochen.

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