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Politik Ausland
08/26/2020

Melania Trump: "Wir brauchen meinen Ehemann als Präsidenten"

Beim Republikaner-Parteitag bot der US-Präsident seine ganze Familie auf. Die Demokraten sprechen von "alternativer Realität".

Die US-Republikaner haben bei ihrem Parteitag am Dienstagabend Präsident Donald Trump als vehementen Kämpfer für das amerikanische Volk dargestellt - und das mit vollem Einsatz der "First Family".

"Mein Ehemann, unsere Familie und die Menschen in dieser Regierung kämpfen für Sie", sagte Trumps Ehefrau Melania in einer viel kommentierten Rede im von ihr neu gestalteten Rosengarten des Weißen Hauses. Dabei versuchte sie, den Imageschaden auszubügeln, den Trump bei vielen Wählern wegen seines Umgangs mit der Coronakrise erlitten hatte und der ihm wertvolle Wählerstimmen kosten dürfte.

Corona und Polizeigewalt

Melania Trump sprach - anders als der Präsident selbst - den Angehörigen von Opfern der Pandemie mit bisher knapp 180.000 US-Toten ihr Mitgefühl aus. Sie versicherte, dass die Regierung nicht aufhören werde zu kämpfen, bis es einen wirksamen Impfstoff für alle geben werde. "Donald wird nicht ruhen, bis er alles in seiner Macht Stehende getan hat, um sich um alle zu kümmern, die von dieser schrecklichen Pandemie betroffen sind." 

Die First Lady ging in ihrer Ansprache auch auf die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ein, die vom Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz ausgelöst wurden. "Wir müssen uns daran erinnern, dass wir alle eine Gemeinschaft sind, die aus vielen Rassen, Religionen und Ethnien besteht", sagte sie. Zu Donald Trumps Wahlversprechen gehört eine Stärkung der Polizei. Kampf gegen den Rassismus findet sich allerdings nicht unter den Prioritäten für eine zweite Amtszeit.

Zum Einsatz kamen auch Trumps Kinder. Sohn Eric aus der Ehe mit Ivana Trump versprach wie seine Stiefmutter Melania: "Mein Vater wird für euch kämpfen." Er warf Biden wie schon öfter vor, eine Marionette der radikalen Linken zu sein.

Vor seinem Vater habe sich niemand für die "stille Mehrheit" im Land eingesetzt, so Eric Trump. Alle Politiker zuvor hätten sich "mehr darum gesorgt, wie sie von den Eliten in Paris empfangen werden als darüber, wie Amerikaner für ihre Familien in Pittsburgh sorgen werden".

Virtual Republican National Convention in USA

"Von Medien manipuliert"

Auch Trumps Tochter Tiffany, das einzige Kind aus seiner Ehe mit Marla Maples, trat auf. Sie behauptete, dass US-Bürger von Medien und Technologie-Konzernen manipuliert würden. „Die Menschen müssen erkennen, dass unsere Gedanken, Meinungen und sogar die Entscheidung, für wen wir abstimmen, von Medien und Tech-Giganten manipuliert und auf unsichtbare Weise aufgezwungen werden“, sagte sie. 

Ihrem Vater bescheinigte Tiffany Trump, dass er vom „amerikanischen Geist“ angetrieben werde. „Mein Vater hat mich daran glauben lassen, dass Amerika wieder wahrhaft groß sein kann!“ 

"Alternative Realität"

Die Demokraten rund um Präsidentschaftskandidat Joe Biden werfen den Republikanern vor, auf ihrem noch bis Donnerstag dauernden Parteitag eine „alternative Realität“ zu inszenieren. Das dort gemalte Bild Amerikas kenne nicht den Tod von Tausenden mit dem Coronavirus infizierten Menschen allein vergangene Woche, erklärte Bidens stellvertretende Wahlkampfleiterin Kate Bedingfield. „Die fortgesetzte Weigerung von Donald Trump, dieses Virus ernstzunehmen, hat den Vereinigten Staaten den schlimmsten Ausbruch in der Welt gebracht“.

Es wurde auch kritisiert, dass Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow vom Coronavirus nur in der Vergangenheitsform gesprochen habe.

"Missbrauch das Amts"

In Missachtung einer langen Tradition brachte sich zudem US-Außenminister Mike Pompeo am Rande eines Israel-Besuchs direkt in den Wahlkampf ein und warb in einem vorab aufgezeichneten Video für die Wiederwahl Trumps. 

In China habe Trump "den Vorhang vor der räuberischen Aggression der Kommunistischen Partei Chinas" gelüftet, sagte der US-Außenminister. Zur Corona-Pandemie sagte Pompeo: "Der Präsident hat China dafür zur Rechenschaft gezogen, dass es den China-Virus vertuscht hat und zugelassen hat, dass es Tod und wirtschaftliche Zerstörung in Amerika und in der Welt verbreitet."

Die Video-Ansprache Pompeos für den Parteitag stieß in der Demokratischen Partei auf scharfe Kritik. Die Wahlkampfleitung Bidens erklärte, der Beitrag sei nicht nur ein Missbrauch von Steuermitteln, sondern untergrabe auch die wichtige Arbeit des Außenministeriums.

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