US-Präsident Donald Trump

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Politik Ausland
08/24/2020

Republikaner-Parteitag: Kein Mega-Event nach Trump-Manier

Der US-Präsident erhofft sich Rückenwind, den er Umfragen zufolge brauchen kann.

Zum Auftakt des Parteitags der Republikaner an diesem Montag (Ortszeit/Dienstag MESZ) soll US-Präsident Donald Trump (74) von den Delegierten in Charlotte (North Carolina) nominiert werden. Erwartet wird, dass Trump nach Charlotte reist.

Zum Abschluss der weitgehend virtuellen Veranstaltung will Trump an diesem Donnerstag auf dem Südrasen des Weißen Hauses seine Rede halten, mit der er die Nominierung annimmt. In der vergangenen Woche hatten die Demokraten Ex-Vizepräsident Joe Biden (77) als ihren Kandidaten für die Wahl am 3. November gekürt.

Trump liegt hinten

Trump erhofft sich von dem Parteitag auch neuen Rückenwind für seinen Wahlkampf. In landesweiten Umfragen liegt er derzeit hinten. Die Webseite FiveThirtyEight, die zahlreiche Umfragen auswertet und gewichtet, sieht Biden bei 51 Prozent der Stimmen, Trump bei 42 Prozent. Landesweite Befragungen haben wegen des Wahlsystems in den USA begrenzte Aussagekraft. Für einen Sieg ist eine Mehrheit von 270 Wahlleuten aus den Bundesstaaten ausschlaggebend. Trump war es 2016 gelungen, die Mehrheit der Wahlleute auf sich zu vereinen, obwohl er keine Mehrheit der Stimmen gewinnen konnte.

Kein Mega-Event nach Trump-Manier

Der Parteitag der Republikaner wird - wie schon der der Demokraten - von der Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt und findet in deutlich abgespeckter Form statt. Ursprünglich wollten die Republikaner in Charlotte ein viertägiges Mega-Event mit Tausenden Gästen abhalten. Wegen der Corona-Bestimmungen in North Carolina ließ Trump den Hauptteil des Parteitags dann nach Jacksonville (Florida) verlegen. Nachdem sich Florida zu einem Hotspot in der Pandemie entwickelte, wurde dieser Teil des Treffens wieder gestrichen.

Nun dürfte das Programm auf zweieinhalb Stunden reduziert werden, das zur Hauptsendezeit am Abend (jeweils von 2.30 MESZ bis 5.00 MESZ) online und in vielen Fernsehsendern live übertragen wird. Bis auf die Nominierung Trumps an diesem Montag legten die Republikaner bis kurz vor dem Treffen nur eine Rednerliste vor, kein genaues Programm.

First Lady als Hauptrednerin vom Rosengarten

Nach US-Medienberichten soll am Dienstag (Ortszeit) First Lady Melania Trump vom Rosengarten des Weißen Hauses aus als Hauptrednerin sprechen. Am Mittwoch steht den Berichten zufolge ein Auftritt von Vizepräsident Mike Pence im historischen Fort McHenry nahe Baltimore auf dem Programm. Auch mehrere von Trumps erwachsenen Kindern sowie andere prominente Republikaner wie die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sollen für Trump werben.

Der US-Präsident sagte dem Sender Fox News in einem Interview kurz vor dem Parteitag: "Ich denke, wir werden etwas sehen, das sehr erhebend und positiv sein wird." Die viertägige Veranstaltung der Demokraten sei dagegen "düster" gewesen. Er werde sich gegen "einige der Lügen" verteidigen, die dort über ihn geäußert worden seien. Nach der Nominierung Bidens hatte Trump versucht, seine Anhänger mit Schreckensszenarien für den Fall eines Wahlsiegs der Demokraten im November zu mobilisieren. "Nur ich stehe zwischen dem amerikanischen Traum und totaler Anarchie und Chaos", sagte er am Freitag.

Trump gegen Biden

Biden hatte in seiner Nominierungsrede auf dem Parteitag der Demokraten unter anderem versprochen, das Land bei einem Wahlsieg im November aus der "Dunkelheit" herauszuführen, mit der Trump es überzogen habe. Trumps Vorgänger Barack Obama - unter dem Biden Vizepräsident war - stellte den Amtsinhaber als Gefahr für die Demokratie dar und warf ihm Versagen sowie Machtmissbrauch vor.

"Die Demokraten haben den dunkelsten und wütendsten und düstersten Parteitag in der amerikanischen Geschichte abgehalten", kritisierte Trump im Anschluss. Dabei sei seine Amtszeit bis zur Corona-Krise "der erfolgreichste Zeitraum in der Geschichte unseres Landes gewesen, nach jedem Maßstab", erklärte er. "Wo Joe Biden amerikanische Dunkelheit sieht, sehe ich amerikanische Größe."

Trump hatte im Vorwahlkampf keine ernsthaften parteiinternen Herausforderer. Als Erfolg seiner Amtszeit präsentiert er vor allem eine positive Entwicklung der Wirtschaft, der die Pandemie allerdings ein jähes Ende setzte. Nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität starben bisher mehr als 176.000 Menschen in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Millionen Menschen wurden arbeitslos. Biden wirft Trump vor, beim Schutz der Amerikaner versagt zu haben.

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