Ein Zaun umgibt den Standort Hinkley Point C in Südwestengland.

© REUTERS/SUZANNE PLUNKETT

Politik Ausland
10/19/2021

Europa bleibt auch in Zukunft von der Atomkraft abhängig

Rund ein Viertel des EU-Stroms stammt aus Atommeilern.

von Bernhard Gaul

Der europäische Strom stammt zu 25 Prozent aus Atomkraftwerken. Atomkraft ist eine sichere Technologie – sofern nicht eine Vielzahl von unglücklichen Zufällen zur Katastrophe führen. So geschehen in Tschernobyl 1986 oder in Fukushima 2011.

In Tschernobyl wurde ein Sicherheitstest derart schlecht gemanagt, dass Block 4 des 16 Jahre alten Reaktors explodierte. Es kam zur Katastrophe, die Kosten zur Eindämmung der Verstrahlung sollen laut UNO bei über 12 Milliarden Dollar gelegen und das Ende der Sowjetunion beschleunigt haben.

In Fukushima kam es zu einer Kernschmelze von drei Reaktorblöcken, nachdem ein Erdbeben und ein Tsunami die Stromversorgung der Kühlpumpen zusammenbrechen ließ. Der verursachte Schaden wird auf 100 Milliarden Dollar geschätzt. In Fukushima wurden seit dem Unfall bis März 2015 insgesamt 103 Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern registriert, diese Krebsart ist spezifisch für Kernkraft-Unfälle.

Ungelöste Probleme

Weltweit gab es einige hundert Störfälle bei Atomkraftwerken. Doch neben allen Problemen der Atomkraft – beginnend beim aufwendigen Abbau von Uranerzen in Kasachstan und Afrika, bei der Anreicherung, die eine logische Nähe von Atomkraft zu Atomwaffen birgt, und den immens hohen Energiekosten von Atomkraft – ist vor allem die Endlagerung des Atommülls höchst problematisch.

Die längste Zeit haben große Atomnationen wie Frankreich oder USA Fässer mit radioaktivem Müll in den Ozeanen versenkt. Inzwischen werden Endlager gebaut, etwa im finnischen Olkiluoto, wo 400 Meter tief im Fels eine Aufbewahrung für hoch radioaktive Abfälle entstehen soll. Nach ihrer Fertigstellung und Befüllung sollen die Stollen versiegelt werden – und (hoffentlich) für 100.000 Jahre dicht bleiben.

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