Melania Trump kritisiert vulgäre Bemerkungen ihres Mannes

Melania Trump mit ihrem Mann Donald, Präsidentschaftskandidat.
Nach der Veröffentlichung eines Videos, in dem Donald Trump sich abfällig über Frauen äußert, herrscht bei den Republikanern Krisenstimmung. Selbst Tic Tac geht auf Distanz.

Melania Trump hat ihren Mann Donald für dessen vulgäre Bemerkungen über Frauen kritisiert. "Die Worte, die mein Mann benutzt hat, sind inakzeptabel und beleidigend für mich. Dies spiegelt nicht den Mann wider, den ich kenne. Er hat das Herz und Gemüt einer Führungsperson", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten schriftlichen Erklärung.

Sie hoffe, "dass Leute seine Entschuldigung annehmen, wie ich es getan habe", fügte sie hinzu.

Am Freitag hatte die Washington Post ein Video veröffentlicht, in dem sich der US-Präsidentschaftskandidat abfällig über Frauen äußert und sich mit sexuellen Übergriffen brüstet. Die Aufzeichnung stammt aus dem Jahr 2005, als Trump schon mit Melania, seiner dritten Frau, verheiratet war. Der Republikaner hatte sich in der Nacht zum Freitag in einer Videobotschaft entschuldigt (siehe unten).

Die Enthüllung hatte derartige Wucht, dass sich Trump gar zu dem Statement genötigt sah, er halte an seiner Kandidatur fest: Es gebe "null Chancen, dass ich aufgebe", sagte er am Wochenende dem Wall Street Journal.

Auch der frühere republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain hat jetzt Trump seine Unterstützung entzogen. Er werde bei der Wahl am 8. November nicht für Trump stimmen, teilte der Senator am Samstagabend mit. Trumps jüngstes Verhalten machten es ihm unmöglich, den Kandidaten weiter zu unterstützen.

McCain erklärte, er wolle bei der Präsidentschaftswahl den Namen eines Republikaners auf den Stimmzettel schreiben, der für das Amt qualifiziert sei. Der Senator aus Arizona hatte 2008 gegen Barack Obama verloren. Kritik kam sogar von Trumps Vizekandidat Mike Pence: Als Ehemann und Vater habe er sich persönlich beleidigt gefühlt, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des konservativen Politikers.

Kaliforniens ehemaliger Gouverneur, der aus Österreich stammende Schauspieler Arnold Schwarzenegger, erklärte auf Twitter, er werde erstmals, seit er 1982 US-Staatsbürger geworden sei, nicht den republikanischen Spitzenkandidaten unterstützen.

https://twitter.com/Schwarzenegger/status/784803865723965440
Arnold (@Schwarzenegger

"Er soll sich zurückziehen"

Die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Trump indes aufgefordert, den Präsidentschaftswahlkampf abzubrechen. "Donald Trump sollte nicht Präsident sein. Er sollte sich zurückziehen", schrieb die Republikanerin am Samstag auf Facebook.

Rice schloss sich damit einer wachsenden Zahl von Republikanern an, die sich nach der Veröffentlichung eines Videos offen gegen ihren eigenen Kandidaten stellen. In den Aufnahmen aus dem Jahr 2005 äußert sich Trump vulgär über Frauen und prahlt mit sexuellen Übergriffen.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/784609194234306560
Donald J. Trump (@realDonaldTrump

Auch die Firma Tic Tac distanziert sich vom US-Präsidentschaftskandidaten. In der Aufzeichnung sagt der Immobilienmogul, er werde einige Tic Tacs lutschen, da er vielleicht eine wartende Frau küssen wolle. Danach ist das typische Geräusch der Dose mit den Dragees zu hören.

Die US-Niederlassung der Firma erklärte am Samstag dazu im Internetdienst Twitter: "Tic Tac respektiert alle Frauen. Wir finden die kürzlichen Statements und das Verhalten völlig inakzeptabel."

https://twitter.com/TicTacUSA/status/784831611531436032
Tic Tac USA (@TicTacUSA

Trump, der damals noch kein Politiker war, befand sich auf dem Weg zum Drehort der Seifenoper "Zeit der Sehnsucht", wo er einen Auftritt als Gaststar haben sollte. Bei seiner Ankunft sehen er und seine Begleiter vom Bus aus offensichtlich die auf sie wartende Schauspielerin Arianne Zucker. "Whoa! Whoa" ruft Trump begeistert aus. Anschließend greift er zu der Dose mit den Dragees, die für frischen Atem sorgen sollen.

Er brauche die Tic Tacs "für den Fall, dass ich anfange, sie zu küssen", sagt der Immobilienmogul. Anschließend prahlt er damit, dass er sich bei Frauen vieles erlauben könne: "Wenn du ein Star bist, dann lassen sie dich ran."

Bereits zuvor hatte Hollywood-Größe Robert De Niro seiner Wut über den umstrittenen US-Präsidentschaftskandidaten freien Lauf gelassen. "Er ist so dumm. Er ist ein Hund, ein Schwein, ein Meister des Scheißdrecks. Er zahlt seine Steuern nicht, er ist eine nationale Katastrophe", ereiferte sich der Hollywood-Star.

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