Politik | Ausland
07.07.2017

Der harte Mann hinter Hamburgs Polizei

Umstritten. Hartmut Dudde steht für die berüchtigte "Hamburger Linie" - seine Beamten finden derzeit keine ruhige Sekunde und greifen hart gegen Linksradikale durch.

Brennende Streifenwagen, mindestens 130 verletzte Polizisten, Rauchschwaden über der Stadt. In Hamburg ist derzeit die Hölle los – die Straßenschlachten zwischen Linksradikalen und der Polizei eskalieren.

Das bedeutet Dauereinsatz für Hartmut Dudde: Der 54-Jährige ist Einsatzleiter der Hamburger Polizei und durch seine "Hamburger Linie" deutschlandweit berühmt und berüchtigt. Beim leisesten Anzeichen einer Gesetzesübertretung greifen seine Beamten mit voller Härte durch. "Protest bereits verhindern, bevor Gewalt ausbrechen kann", nennt er es, "Widerrechtliches Verhalten" nennen es seine Gegner.

Sobald ein Demonstrant in Hamburg eine Sturmmaske überzieht, wird die Veranstaltung unterbrochen, folgen Personenkontrollen und in weiterer Folge oft Straßenschlachten.

Erzfeind der Linken

Durch Einkesselungen, rasche Verhaftungen und Einsätze von Wasserwerfern hat sich die Hamburger Polizei einen bundesweiten Ruf erarbeitet. Wasserwerfer findet Dudde humaner als den Einsatz von Schlagstöcken – sie seien ein milderes Mittel für alle Beteiligten.

Unvergessen ist der Zusammenstoß vom 21. Dezember 2013, als 169 Polizisten und bis zu 500 Demonstranten verletzt wurden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war Dudde als Erzfeind der Linken etabliert. "Wir haben die gesamte bundesdeutsche Polizei in Hamburg, mit allem, was sie an Technik und Equipment besitzt und wir werden alles auspacken, wenn es die Lage erfordert", erklärte Dudde vor den Protesten. Mittlerweile hat die Hamburger Polizei Unterstützung aus ganz Deutschland angefordert, Hundertschaften sollen bereits aus Berlin unterwegs sein.

Liebling der Politik

Dudde polarisiert wie kein anderer: Während seine Linie in linksradikalen Kreisen mitunter als "dämonisch" gilt, ist sie bei Konservativen, aber auch Vertretern der SPD äußerst beliebt: Der frühere Innensenator Hamburgs, Michael Neumann, sagte beispielsweise: "Ich bin ein Dudde-Fan."

Bereits vor zehn Jahren hatte Dudde, damals Einsatzleiter, für Aufsehen gesorgt: Eine Demonstration wurde angehalten, da die Transparente um 30 Zentimeter zu lang waren. Ein Gericht nannte Duddes Handeln "widerrechtlich", dies schadete seinem Aufstieg jedoch nicht.

So oft es geht will er vor Ort sein, um ein besseres Gefühl für die Situation zu bekommen – während des Gipfels bleibt ihm dafür wenig Zeit. In seiner Zentrale wird Dudde laufend über die Lageentwicklungen informiert und muss rasch reagieren.

Für Samstag ist die größte Demonstration mit bis zu 100.000 Teilnehmen geplant. Zu lange Transparente dürften dann Duddes geringste Sorge sein.