Dänemark wählt neues Parlament

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen gibt bei den Parlamentswahlen ihre Stimme ab.
Wahllokale bis 20.00 Uhr geöffnet. Ministerpräsidentin Frederiksen muss um Wiederwahl bangen.
 

In Dänemark haben Dienstag früh Parlamentswahlen begonnen. Mehr als vier Millionen Wahlberechtigte haben noch bis 20.00 Uhr die Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben. Erste Prognosen dürfte es unmittelbar nach Schließung der Wahllokale geben, ein vorläufiges Endergebnis dann im Laufe der Nacht auf Mittwoch. Wie bei der letzten Wahl 2019 dürften die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stärkste Kraft werden.

Mehrheitsverhältnisse

Weniger klar ist dagegen, wie die Mehrheitsverhältnisse nach der Wahl aussehen werden. Bisher teilte sich die dänische Politik im Wesentlichen in ein linksgerichtetes rotes Lager und einen blauen Mitte-Rechts-Block auf. Frederiksen ließ sich und ihre rein sozialdemokratische Minderheitsregierung bisher hauptsächlich von links unterstützen, strebt diesmal aber eine breite Regierung über die traditionellen Blockgrenzen hinweg an. Das Mitte-Rechts-Bündnis um die liberal-konservative Partei Venstre ist dagegen.

Am Ende könnte es darauf hinauslaufen, dass Ex-Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen die Schlüsselrolle einnehmen wird: Der frühere Venstre-Chef hat sich mit seiner neuen Partei Die Moderaten genau zwischen den Blöcken positioniert, ohne sich auf eine Seite festzulegen. Bekommt weder Rot noch Blau eine Mehrheit ohne die Moderaten, könnte Løkke letztlich zum Königsmacher werden.

Das dänische Parlament in Kopenhagen hat 179 Sitze. Jeweils zwei davon sind für Repräsentanten Grönlands und der Färöer-Inseln bestimmt, die beide offiziell zum dänischen Königreich zählen. Wegen eines Gedenktages für auf See verstorbene Färinger durften die rund 38.000 Wahlberechtigten auf den Färöern bereits am Montag abstimmen.

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