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Politik Ausland
03/30/2021

Boris Johnson öffnet England und sitzt wieder fest im Sattel

Der britische Premier lockert nach den Impferfolgen die Corona-Maßnahmen – sogar die Schotten sind ihm jetzt gewogener.

von Georg Szalai

Nutzt das schöne Wetter, um „Spaß zu haben“ – das war die freudige Botschaft des britischen Premiers Boris Johnson am Montagabend anlässlich der Lockerungen der Corona-Regeln im größten Landesteil England. Aber er rief seine Landsleute auch zu Vorsicht auf, um weitere Öffnungsschritte im Fahrplan aus dem Lockdown, und vielleicht seine wiedergefundene Popularität, nicht zu gefährden.

Da Corona- und Impf-Trends weiter in die richtige Richtung gehen, wurde zu Wochenbeginn, rechtzeitig zu Ostern, die seit Jahresbeginn geltende „Stay at home“-Anordnung aufgehoben. Zwei Haushalte oder bis zu sechs Personen dürfen sich wieder im Freien treffen. „Boris serviert ein paar Asse“, titelte etwa The Sun. Der „Impfbonus“ – mehr als 30 Millionen Briten haben mindestens eine Dosis erhalten – ist laut Experten für den Stimmungsumschwung zugunsten Johnsons verantwortlich.

Zu Jahresende war er in Medien wegen der Ausbreitung einer Corona-Variante noch als „Grinch“ dargestellt worden (als mieselsüchtig). „Weihnachten ist abgesagt“, hieß es. Keir Starmer, Chef der oppositionellen Labour Partei, überholte Johnson daraufhin bei der Kanzlerfrage. Jetzt sitzt der Premier wieder fest im Sattel, und Starmer beißt sich derzeit die Zähne aus. Laut einer YouGov-Umfrage halten 37 Prozent Johnson für die beste Option.

Mit Spannung wird erwartet, wie sich das bei Regional- und Lokalwahlen am 6. Mai auswirken wird, etwa in Wales, wo Umfragen einen schmelzenden Vorsprung der regierenden Labour Partei zeigen.

Sogar aus Schottland, wo Johnson besonders unpopulär ist, gab es kürzlich Positives für ihn. Monatelang sprachen sich die meisten Schotten für eine Abspaltung aus, letztens aber nur noch 48 Prozent, wenn man Unentschiedene ausnimmt. Experten machen Kritik in einer Untersuchung von SNP-Chefin Nicola Sturgeons Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Vorgänger Alex Salmond verantwortlich.

Aileen McHarg, Rechtsexpertin an der Universität Durham, sagt, es sei entscheidend, wie all das den Wahlausgang beeinflusst. „Wenn die SNP keine Mehrheit bekäme, wäre ihr Anspruch auf ein Mandat für ein zweites Referendum schwächer“, sagt McHarg. „Immer noch möglich wäre es, wenn es insgesamt eine Mehrheit für die Unabhängigkeitsparteien und die Grünen gäbe.“

Vor den Wahlen kann Johnson noch auf etwas Euphorie in England hoffen, wo am 12. April Pubs mit Außenbereichen öffnen sollen. Er hat Medien freudig erzählt, er habe bereits eine Reservierung.

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