© REUTERS/TOBY MELVILLE

Politik Ausland
09/16/2020

Barbados will koloniale Vergangenheit abschütteln

Die von zwei Frauen regierte Karibikinsel will Republik werden und die Queen als Staatsoberhaupt absetzen.

von Susanne Bobek

In ihrer Thronrede am Dienstag verkündete die vor zwei Jahren zur Dame geadelte Generalgouverneurin von Barbados Sandra Mason, dass die Karibikinsel den Ballast der kolonialen Vergangenheit endlich abschütteln müsse und eine Republik werden sollte. Ohne Elizabeth II als formelles Staatsoberhaupt. Die Königin von England soll abgesetzt werden.
 Dame Sandra Mason (71) ist eine viel beachtete Autorität. Sie war die erste Rechtsanwältin, die erste Höchstrichterin, die erste Frau in der Politik.


Nicht weniger durchsetzungsstark ist die Premierministerin von Barbados,  Mia Mottley. Weil die Touristen ausbleiben, startete sie in diesem Sommer eine weltweite Werbeaktion für das Homeoffice in Barbados. Mit einem einjährigen Visum sollen junge Familien angelockt werden, die sich in Häusern oder Wohnungen einmieten und dann quasi vom Sandstrand aus im Homeoffice arbeiten.


In ihrer Thronrede versprach Dame Sandra Mason, dass sich ihre Regierung verpflicht das Leben jedes Barbadiers weiter zu verbessern. Und dann kam der Satz, den die Premierministerin vorgegeben hatte: „Es ist die Zeit gekommen, unsere koloniale  Vergangenheit für immer hinter uns zu lassen. Barbadians wünschen sich ein Staatsoberhaupt aus Barbados. Barbados will daher den nächsten Schritt in die völlige Souveränität zum 55.  Jahrestag der Unabhängigkeit.


Nach der englischen Besiedlung von Holetown im Jahr 1627 blieb Barbados bis zum 30. November 1966 eine britische Kolonie. Am 30. November 2021 soll dieses Kapitel nun endgültig abgeschlossen werden.

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