Bande entführte US-Bürger: Haiti in den Fängen der Unterwelt

Bande entführte US-Bürger: Haiti in den Fängen der Unterwelt
Die Entführung von 17 Missionaren in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince zeigt die Macht der Verbrecherbanden. Ein Land versinkt im Chaos.

Sie verließen das Waisenhaus am Sonntag in einem Bus: Fünf Männer, sieben Frauen und fünf Kinder, das jüngste von ihnen gerade einmal acht Monate alt. Ihr Ziel, die Zentrale ihrer christlichen US-Hilfsorganisation am Rande der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, erreichten sie nicht mehr.

Eine der Frauen verschickte über den Messengerdienst WhatsApp einen letzten Hilferuf: "Wir werden als Geiseln gehalten, sie haben unseren Fahrer entführt. Bitte betet für uns!"

Wie der haitianische Justizminister Liszt Quitel inzwischen bestätigte, wurden die 17 Missionare von der berüchtigten Verbrecherbande "400 Mawozo" entführt, was auf deutsch in etwa "400 Anfänger" bedeutet. Die Kriminellen fordern für das Leben der US-Bürger (einer ist Kanadier) ein Lösegeld in der Höhe von einer Million US-Dollar – pro Kopf.

Bande entführte US-Bürger: Haiti in den Fängen der Unterwelt

Bürger in der Hauptstadt Port-au-Prince protestieren mit einem Generalstreik gegen die zunehmende Bandenkriminalität.

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