Frauke Petry: "Ich sperre mich dagegen, Wörter zu Unwörtern zu erklären"

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Deutschland
09/11/2016

AfD-Chefin Petry will Begriff "völkisch" positiv besetzen

Wort wird generell mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht.

"Völkisch"? - "Ich sperre mich dagegen, Wörter zu Unwörtern zu erklären", sagte Petry der Welt am Sonntag. Die Vorsitzende der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) hat sich dafür ausgesprochen, dem mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebrachten Begriff "völkisch" eine positive Bedeutung zu geben.

Die Gleichsetzung von "völkisch" mit "rassistisch" sei eine "unzulässige Verkürzung". Die AfD-Chefin beklagte, "dass der negative Beigeschmack auf das Wort 'Volk' ausgedehnt wird".

"Was ist daran per se negativ?"

Petry sagte in dem Interview, dass sie den Begriff zwar selbst nicht benutze. Aber ihr missfalle, dass "völkisch" ständig nur in einem negativen Kontext benutzt werde. "Wenn er damit zu tun hat, dass es um das Volk geht, was ist daran per se negativ?", fragte sie. Daher sollte daran gearbeitet werden, "dass dieser Begriff wieder positiv besetzt ist".

Was im Duden steht

Im Duden wird "völkisch" unter anderem als "in der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus" stehend definiert. Der Begriff stand im Dritten Reich für die Abgrenzung einer deutschen "Volksgemeinschaft" gegenüber als minderwertig angesehenen Gruppen wie etwa Juden oder Schwarzen.

AfD in bundesweiter Wahlumfrage stark

In einer Umfrage des Emnid-Instituts für die Bild am Sonntag konnte die AfD bundesweit in der Wählergunst zulegen und ist mit 13 Prozent so stark wie zuletzt im Mai. Jeder dritte Deutsche erwartet der Umfrage zufolge, dass sich die rechtspopulistische Partei langfristig etabliert. Die Union fällt in der Sonntagsfrage um einen Prozentpunkt auf 33 Prozent. Die SPD liegt wie in der Vorwoche bei 23 Prozent, die Grünen erreichen erneut elf Prozent. Auch Linke (neun Prozent) und FDP (sechs Prozent) stagnieren