© APA/AFP/MICHAL CIZEK

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11/30/2020

Von der Schule zum Weihnachtsmarkt: Tschechien sperrt auf

Ab Mittwoch ist der lockdown bei unseren Nachbarn wieder weitgehend aufgehoben

von Konrad Kramar

„Ich bin so froh, dass wir uns endlich wiedersehen. Online, vor der Kamera, das ist einfach nicht dasselbe“, erzählt die neunjährige Jana begeistert im tschechischen Fernsehen CT. So wie für die Drittklasslerin aus Ostrava haben sich am Montag für Hunderttausende tschechische Schüler die Schultore nach eineinhalb Monaten wieder geöffnet. Während die ersten und zweiten Klassen der Volksschulen auch während des Lockdowns offen hielten, sind jetzt die größeren Volksschulkinder und die ersten Klassen der höheren Schulen zurückgekehrt.

Schulklassen geteilt

Am kommenden Montag beginnt auch für die höheren Klassen wieder der normale Unterricht. Allerdings werden diese Klassen geteilt. Die Hälfte in der Schule, die Hälfte zuhause – nach einer Woche wird gewechselt.

Während die meisten tschechischen Schüler sich über das Wiedersehen freuen, sind Lehrer und Direktoren noch mit zahlreichen Problemen für den Alltagsbetrieb beschäftigt: Wie wird die Nachmittagsbetreuung organisiert, wo ja Schüler mehrerer Klassen zusammenkommen, wie das Mittagessen in der Schule?

Vorsichtsmaßnahmen

Die überraschend rasch gesunkenen Infektionszahlen haben es möglich gemacht: Unser Nachbarland, das vor wenigen Wochen noch die höchsten Infektionszahlen Europas hatte, registriert jetzt rund um 1000 Neuinfektionen pro Tag (bei zehn Millionen Einwohnern) und kommt in dieser Woche aus dem Lockdown. Am Mittwoch öffnen wieder Geschäfte, Restaurants und auch Betriebe vom Friseur bis zum Physiotherapeuten.

Kontrolle per Kamera

Beendet wird auch die nächtliche Ausgangssperre, Sperrstunde für Restaurants und Cafés ist um 22 Uhr. Konsumieren darf man nur im Sitzen und an einem Tisch sind maximal vier Besucher erlaubt. Auch dürfen die Lokale vorerst nur halb so viele Gäste empfangen wie in normalen Zeiten.

Weihnachtsmärkte sperren auf

Auch die Einkaufszentren dürfen ab Mittwoch aufsperren , allerdings sind auch dort die Besucherzahlen beschränkt. 15 Quadratmeter pro Besucher sieht die Regelung vor. Die Einkaufszentren wollen das mit Überwachungskameras kontrollieren. Sobald die Grenzen überschritten werden, will man den Zutritt sperren. Ob das an den Einkaufswochenenden funktionieren wird, ist unklar. Auch die Weihnachtsmärkte in vielen Städten wollen jetzt zumindest für ein Wochenende aufsperren. Die tschechische Presse beurteilt die rasche Öffnung oft skeptisch. Wenn man jetzt einfach nur alles aufsperre, ohne Testen und Kontakt-Tracing zu verbessern, werde die Epidemie rasch wieder an Fahrt gewinnen, meint etwa die Zeitung Hospodarske Noviny: „...und dann schließen wir, wenn nötig , alles wieder.“

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