Omikron könnte Delta bald abgelöst haben, auch in Österreich.

© APA/AFP/JUSTIN TALLIS

Leitartikel
12/22/2021

So besiegen wir Corona

Eine positive Schlagzeile vor Weihnachten, weil Omikron nervt, die Sitten am Boden sind und die Nerven bei vielen blank liegen.

von Richard Grasl

Das Land kommt auch kurz vor Weihnachten nicht zur Ruhe, eine Welle der Empörung jagt die andere. Wieder tauchen Chats auf, die ein fatales Sittenbild rund um Thomas Schmid und seine Freunde zeigen. Dass es sich Millionäre unverschämt zu richten versuchen und offenbar damit durchgekommen sind, erbost den braven Steuerzahler zurecht. Eine sexistisch-satirische Fotomontage über die Partnerin von Sebastian Kurz führte zurecht – wenn auch auf nicht vergleichbarer Ebene – zu einer enormen Welle der Empörung.

Gegen eine andere Welle hilft aber weder ein Neujahrsvorsatz noch das, was die neue Gecko-Kommission verkündet hat. Vorschriften für Einreisen und eine neue Sperrstunde werden die Omikron-Welle nicht aufhalten. 48 Stunden bevor die Christbaumkerzen in den Wohnungen und Häusern entzündet werden, wollte die Politik keine Hiobsbotschaft verkünden. Gut so, denn der Mensch braucht Atempausen, um nicht durchzudrehen. Also wie kommen wir aus dieser trostlosen Situation wieder heraus?

Selbst wenn es im Jänner neue Lockdowns geben muss, vielleicht sogar noch massivere als je zuvor (verpflichtendes Homeoffice zum Beispiel), geht ja Omikron nicht weg, sondern wartet in aller Ruhe auf den nächsten Wirt, der das Virus nach dem Lockdown einfängt und weiterträgt. Dennoch ist es jetzt notwendig, die Hochlaufkurve so lange wie möglich zu verzögern. Erstens um nicht das Gesamtsystem unseres Landes zu gefährden. Bei zigtausenden Infektionen säße das halbe Land sehr rasch in Quarantäne, und der Betrieb eines gesamten Staats wäre plötzlich gefährdet. Zweitens ist die Impfrate noch zu niedrig. Würden wir schutzlos die Omikron-Welle durchrauschen lassen, würde das selbst bei (noch nicht erwiesenem) mildem Verlauf eine hohe Zahl an Toten nach sich ziehen. Auch eine Triage vor den Krankenhäusern wäre dann nur schwer vermeidbar.

Wir müssen also wieder die Ungeimpften schützen. Und diese müssen sich spätestens mit der Impfpflicht ohnehin impfen lassen. Erst wenn das erreicht ist, könnte Omikron ein „optimales Postpandemievirus“ werden, wie der deutsche Virologe Christian Drosten meint. Eine Variante, mit der wir leben können und müssen. Je schneller die Durchimpfung vorangeht, desto rascher könnte dieser Zustand eintreten. Vielleicht legen uns noch viele Ungeimpfte ein Packerl unter den Baum und holen sich über die Feiertage die erste Spritze. Oder die Regierung zieht die Impfpflicht schneller durch als geplant. Denn nach jetzigem Entwurf wäre der erste Stich erst am 15. März fällig. Und vielleicht kommen viele, die jetzt gereizt, aufgebracht und hasserfüllt sind, zu Weihnachten etwas zur Besinnung. Wurmmittel-Politiker, gewaltbereite Impfgegner oder Corona-Leugner.

Feedback erbeten: richard.grasl@kurier.at / twitter: @richardgrasl

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir wĂĽrden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfĂĽr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und ĂĽberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.