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Leitartikel
08/29/2021

Reisen nur mit Corona-Impfung. Klingt einfach. Ist es nicht.

Noch eine Nullnummer wie in der vergangenen Wintersaison braucht niemand. Am allerwenigsten der Steuerzahler

von Simone Hoepke

Viele wollen es nicht wahrhaben, aber ohne Impfung wird man in der Reisewelt bald nicht mehr weit springen bzw. fliegen können.

Die Welt hat sich weitergedreht.

Als im Frühjahr der deutsche Reiseveranstalter Alltours angekündigt hatte, in seinen Allsun-Hotels auf Mallorca, den Kanaren und in Griechenland ab Herbst nur noch Geimpfte und Genesene zu beherbergen, haben viele von einem gelungenen PR-Gag gesprochen (und geätzt, dass das Sicherheitskonzept nicht zufällig pünktlich zum Ende der Sommersaison kommt). Doch jetzt könnte 1-G oder 2-G tatsächlich Realität werden. Nicht nur bei Allsun.

In den ersten asiatischen Ländern kann man sich ohne Impfung die Einreise bereits abschminken. Reedereien nehmen nur noch Passagiere an Bord, die vollimmunisiert sind, und die australische Fluggesellschaft Qantas will vorerst nur die Verbindungen zu jenen Ländern ausbauen, die eine hohe Impfrate vorweisen können. Außerdem hat die Airline eine Impfpflicht für das fliegende Personal beschlossen – so wie sie demnächst auch bei der Lufthansa-Tochter Swiss kommen wird. Ohne Impfung also kein grünes Licht in der Reisewelt.

Klingt nach einer einfachen Lösung. Ist es nicht.

Davon können Hoteliers ein Lied singen. Wer nur Gäste mit Impfnachweis beherbergt, kann diese schlecht mit Mitarbeitern empfangen, die selbst keinen entsprechenden Nachweis vorlegen können oder wollen.

Überhaupt stellt sich die Frage, wer als geimpft gilt. Ist die Mitarbeiterin mit serbischen Wurzeln, die sich in ihrer alten Heimat mit Sputnik impfen hat lassen, offiziell geimpft, obwohl „Sputnik“ in Österreich als Impfstoff nicht anerkannt ist? Dieselbe Frage stellt sich bei asiatischen Touristen, die mit dem Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac geimpft wurden. Hier sind internationale Regelungen und Lösungen gefragt.

Auf nationaler Ebene bleibt unklar, unter welchen Voraussetzungen im Herbst Events stattfinden können. Die Infektionszahlen steigen, Verschärfungen der Auflagen sind programmiert. Das Schreckgespenst der Veranstalter heißt 20-Quadratmeter-Regel. Damit würden empfindlich weniger Teilnehmer in einen Veranstaltungssaal passen – und Tagungen abgesagt werden. Corona ist gekommen, um zu bleiben. Vorsichtshalber alles absagen ist unter diesen Umständen kein erfolgversprechendes Konzept. Es braucht differenzierte Maßnahmen – und das schnell, sonst ist die Saison gelaufen.

Der Winter hat übrigens das Potenzial, ein Erfolg zu werden. Vielen wollen wieder auf die Piste, das spiegelt sich in den Buchungszahlen wider. Noch so eine Nullnummer wie im vergangenen Winter braucht niemand. Am allerwenigsten der Steuerzahler.

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