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Meinung
08/27/2019

Nicht alle Vermieter sind Großkapitalisten

Auch in Österreich sind die Kosten fürs Wohnen ein ewiger Zankapfel. Erst recht im Wahkampf.

von Robert Kleedorfer

Die Mietpreisdeckelung der linkslinken Berliner Stadtregierung kommt nicht überraschend. Die Kassen sind gähnend leer, für ausreichend neue Sozialbauten in der Boomstadt fehlen schlicht die Mittel. Da nimmt Rot-Rot-Grün lieber den einfacheren Weg und will die Rechte der Eigentümer tiefgehend beschneiden. Da reden wir übrigens nicht nur von den bösen großkapitalistischen Wohnkonzernen. Sondern auch von all jenen, die sich jahrzehntelang eine Eigentums- oder Vorsorgewohnung erspart haben und nun mit Mieteinbußen und Wertverlust rechnen müssen. Deren Rechte müssen ebenso gewahrt bleiben wie die der Mieter, der Gang zu den Höchstgerichten ist daher logisch und richtig.

Auch in Österreich sind die Wohnkosten ein ewiger Zankapfel. Wobei die Rechte der Vermieter im Altbau ohnehin eingeschränkt sind. Grüne und AK verhindern mit einer Obergrenze das Schaffen privater Mietwohnungen. Wer mit seinem Eigentum nichts verdient, wird das Geld woanders investieren, womöglich im Ausland. Dann bleibt von der Wertschöpfung hier gar nichts mehr.

Makler

Im Wahlkampf springen nun sogar die Türkisen den Mietern bei und wollen die Maklerkosten dem Besteller (in der Regel dem Vermieter) umhängen. Das bringt eine Branche unter Druck, da einige Vermieter die Mietersuche künftig selbst übernehmen werden. Und die Kosten werden die Vermieter wohl einfach auf die Miete draufgeschlagen. Warum überlässt man nicht einfach den beiden Vertragspartnern, wer den Makler zahlt? In einer freien Marktwirtschaft muss nicht alles reglementiert sein.