Achtung, hier kommt die Bärlauch-Polizei

Achtung, hier kommt die Bärlauch-Polizei
Eine Fahrt in den Wald ist doch schön. Nur gesehen werden sollte man nicht.
Michael Pekovics

Michael Pekovics

Abenteuer. Zum Bärlauch mag mensch stehen, wie er will. Die einen lieben, die anderen hassen ihn. Dazwischen, fast nichts. Ungeachtet dieser starken Emotionen wuchert er meist unaufhaltsam in unseren Wäldern vor sich hin. Und will gepflückt werden, dachte sich zumindest eine gute Bekannte ihres Kolumnisten und flitzte mit einem jeepähnlichen Gefährt los in Richtung Wald. Was ihr danach passierte, hätte sie sich nicht gedacht.

Am. Gut, der Cliffhanger im Clickbait-Style hätte jetzt nicht sein müssen. Aber das gilt auch für anderes. Nämlich zum Beispiel für das Vorbeifahren beim Schranken am Forstweg. Aber hey, wenn es das geländegängige Auto hergibt, warum nicht volles Risiko gehen? Also gepfiffen auf das ausgeschilderte Fahrverbot, weil Forststraße am weitläufigen Hang des Geschriebensteins – und rein ins bärlauchige Vergnügen.

Geschriebenstein. Wieder Zuhause, will die Beute auch verarbeitet werden. Nur dass die Lust am Essen gleich wieder verging – und daran waren nicht die irrtümlich gepflückten, zum Glück aussortierten Maiglöckchen schuld. Läutet nämlich das Telefon und meldet sich eine durchaus ungehaltene Stimme der hiesigen Forstverwaltung. Die Telefonnummer war übrigens bekannt, weil aufgedruckt am früher betrieblich genutzten (Firmen)-Jeep. Was denn da im Wald getrieben worden sei, aber eigentlich auch egal, weil sowieso alles verboten und überhaupt. Jedenfalls nicht mehr machen, so die Bitte. Sympathisch, burgenländisch also, wie mensch es gewohnt ist im Land der Sonne. Zuerst mal ein bisschen granteln, dann ist eh alles halb so wild. Gemundet hat er jedenfalls, der auf diese höchst kriminelle Art und Weise gepflückte Bärlauch. Zumindest in aufgestrichener Form.

KURIER-Redakteur Michael Pekovics kommentiert

Michael Pekovics ist Teamleiter des KURIERs im Burgenland.

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