© Kurier/Jeff Mangione

Leitartikel
05/02/2021

Lockdown-Ende: Viele Ankündigungen, aber nix ist fix

Ohne Gastronomie landen 30 Prozent weniger in den Kassen der Händler, so die Faustregel. Letztlich hängt also alles zusammen.

von Simone Hoepke

Nach 116 Tagen ist es also soweit: Heute sperren in Wien und Niederösterreich die Geschäfte wieder auf. Parallel dazu dürfen körpernahe Dienstleister, wie Friseure, Masseure oder Fußpfleger, wieder ganz offiziell ihrer Arbeit nachgehen. Klingt, als würde der Wirtschaftsmotor mit einem Hauruck wieder angeworfen werden. Leider wird er vielerorts weiter stottern.

Für jene Geschäftsleute, die sich normalerweise mit Touristen eine goldene Nase verdienen, ändert sich vorläufig genau gar nichts. Die Tourismusmeilen bleiben verwaist, Flugzeuge großteils am Boden, Hotels geschlossen. Und zwar bis zum 19. Mai, wenn auch die Tourismus- und Freizeitbetriebe landesweit wieder hochgefahren werden sollen.

Ein Tag, den auch Händler kaum erwarten können. In den Einkaufsstraßen und Shoppingcentern fehlt die Laufkundschaft und ganz generell die Kauflaune. Auf neudeutsch: das Shoppingerlebnis. Zu diesem gehört eben auch der Kaffee zwischendurch und das Treffen mit Freunden in der Bar. Ohne Gastronomie landen 30 Prozent weniger in den Kassen der Händler, so die Faustregel.

Letztlich hängt also alles zusammen.

Umso größer sind die Erwartungen an den 19. Mai. Der Tag, an dem (fast) alles mit einem lauten Hurra wieder aufsperrt. Von der Tanzschule bis zum Schwimmbad und Theater. Und es wieder einen Grund gibt, sich neu einzukleiden, zum Friseur zu gehen und ganz generell die Wirtschaft anzukurbeln.

So viel zur Theorie.

In der Praxis herrscht jedoch zweieinhalb Wochen vor dem geplanten Öffnungstermin bei vielen noch Ratlosigkeit.

Wirte bekommen zwar Anfragen für Geburtstagsfeiern Ende Mai. Sie wissen aber noch nicht sicher, wie viele Leute aus wie vielen Haushalten gemeinsam in ihren Gaststuben feiern dürfen. Wahrscheinlich vier Erwachsene – ohne Einschränkung auf die Zahl der Haushalte – plus Kinder. Sofern die Gäste einen Tisch auf der Terrasse, also draußen, reservieren sogar bis zu zehn Erwachsene. Angeblich muss zwischen den Besuchergruppen zwei Meter Abstand eingehalten werden. Vielleicht auch weniger, wenn zwischen den Tischen Plexiglasscheiben aufgestellt werden, so die Hoffnung der Gastronomen.

Angekündigt ist viel, lobbyiert wird unermüdlich, fix ist nix. Die entsprechende Verordnung ist noch immer nicht da. Das muss sich diese Woche ändern. Denn die meisten Unternehmer – vom Theater über die Tanzschule bis zum Hotelier – brauchen mindestens zwei Wochen, um ihren Betrieb hochzufahren.

Und dann wäre da noch das Infektionsgeschehen, das alle Öffnungspläne zunichtemachen kann. Zum Schluss hängt eben wirklich alles zusammen.

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