über den Kahlschlag bei der Bank Austria
11/11/2015

Rücktrittsreife Hampelmänner

von Andrea Hodoschek

Aufsichtsratschef und Vorstand sind verantwortlich

Andrea Hodoschek | über den Kahlschlag bei der Bank Austria

Der Kahlschlag bei der Bank Austria ist eine Bankrott-Erklärung für den Aufsichtsratsvorsitzenden und Vorstand. Die Radikalkur für Österreichs größte Bank ist heftig. Es stimmt zwar, kein Land ist derart overbanked wie Österreich, die Eigenkapitalvorschriften werden immer strenger und die Regierung presst die Institute auch noch mit der Bankensteuer aus. Aber diese Rahmenbedingungen haben alle Banken. Daher müssen sich Aufsichtsratsvorsitzender Erich Hampel und der Vorstand die Frage nach ihrer persönlichen Performance gefallen lassen.

Seit zehn Jahren gehört die Bank Austria den Mailändern. Zehn Jahre lang hätten Hampel (der zuvor CEO war) und das Management Zeit gehabt, die Bank wettbewerbsfähig aufzustellen. Rechtzeitig neue Strukturen aufzusetzen, Produktinnovationen anzubieten, auf die digitale Herausforderung zu reagieren und die Kosten zu senken.

Eklatant hohe Pensionslasten aus der Vergangenheit und ein teures Dienstrecht lasten wie ein Rucksack voller Steine auf der Bank. Sich bei Zeiten mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft anzulegen, war dem entscheidungsschwachen Hampel und den Vorständen offenbar zu mühsam. Jetzt bekommen die Mitarbeiter die volle Rechnung präsentiert.

Heute könnte die einst schwer hinunter gewirtschaftete Bawag das einst ertragreiche Privatkundengeschäft der Bank Austria übernehmen. Die Ausrede, die rendite-gierigen Italiener sind schuld, zieht nicht. Wenn ein Unternehmen zu schwach performt, muss jeder Eigentümer die Reißleine ziehen.

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