über die Abgabenquote
11/24/2017

Bitte kein weiterer Marketing-Gag

von Hermann Sileitsch-Parzer

Bitte kein weiterer Marketing-Gag

Hermann Sileitsch-Parzer | über die Abgabenquote

Die Abgabenquote senken: Das ist keine Erfindung von ÖVP/FPÖ, es stand auch in Kerns "Plan A". Aber ist das überhaupt eine sinnvolle Zielgröße? Nein. Anders als suggeriert wird, sagt der Wert nämlich nichts darüber aus, ob ein Staat schlank oder aufgebläht ist.

Ein Beispiel: Die Familienbeihilfe ist in Österreich eine Transferleistung, erhöht also die Abgabenquote. Wäre sie hingegen als Steuerabsetzbetrag ausgestaltet, würde die Quote schlagartig sinken – das ändert zwar rein gar nichts, sieht aber besser aus. Andere Länder glänzen mit niedrigen Werten, weil die Bürger ihre Beiträge zur Pensions- und Gesundheitsvorsorge (teils freiwillig, teils verpflichtend) an privatwirtschaftliche Träger einzahlen.

Das Ziel einer Abgabenquote von 40 Prozent darf somit kein Selbstzweck sein – entscheidend ist, dass die Regierung effizienter wirtschaftet. Sonst bleibt das reines Polit-Marketing, ähnlich wie KHGs "Nulldefizit" 2001: Das hat sich nachträglich als Mogelpackung erwiesen und wurde nur erreicht, weil Österreich seine Goldreserven verscherbelt hat. Kein Vorbild.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.