"Art of the Deal" am Beispiel Südkorea

Besser ein Abkommen als gar keines

Hermann Sileitsch-Parzer | über den Handel mit asiatischen Tigerstaaten

Die Kunst des Verhandelns – so heißt ein Ratgeber Donald Trumps von 1987. Was Handelsverträge betrifft, ist der US-Präsident alles andere als ein Dealmaker. Im Gegenteil. Er hat das geplante Abkommen mit der EU auf Eis gelegt (TTIP) und den fertig ausverhandelten Pakt mit elf Pazifikstaaten (TPP) aufgekündigt. Dasselbe will er mit dem US-Kanada-Mexiko-Pakt (NAFTA) tun und auch das 2007 im Eiltempo abgeschlossene USA-Korea-Abkommen (KORUS) hat Trump auf den Prüfstand gestellt.

Was bringt so ein Abkommen wirklich? Das Abkommen der EU mit Südkorea wird seit 2011 angewendet. Seither seien die Zollkosten zwar gesunken, sagt Steirerfleisch-Chef Alois Strohmeier. Weil die EU aber später dran war als die USA und längere Übergangsfristen ausverhandelt hat, war man als Österreicher preislich gegenüber amerikanischen Rivalen jahrelang benachteiligt. Fazit: Besser ein Abkommen als gar keines – aber die Vorteile sind immer relativ zur Konkurrenz. Was umgekehrt heißt, dass sich die USA ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie Deals ersatzlos stanzen. Vor dem Abkommen mit Südkorea hatte die EU übrigens ein Defizit in der Handelsbilanz – jetzt einen satten Überschuss.

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hermann.sileitsch-parzer@kurier.at

( kurier.at ) Erstellt am 07.02.2018