übers Beisl-Sterben.
11/24/2017

Im Café Monic

von Marco Weise

Neue Gäste, alte Patina.

Marco Weise | übers Beisl-Sterben.

Der Fotograf Klaus Pichler hat es in seinem sehenswerten Bildband „Golden days before they end“ bereits angekündigt: Die Wiener Beisl-Kultur, insbesondere die Zufluchtsstätten für Alkoholiker werden immer weniger. Das Tschocherl ums Eck weicht oft einer neuen Bobo-Boutique oder einem dubiosen Wettcafé bzw. Handy-Shop. Je nach Bezirk ist das unterschiedlich. Die Gründe für den Untergang solcher urbanen Tränken für Menschen, die Alkohol nicht als Sprit, sondern als Betäubung konsumieren, sind vielfältig: Die bisherige Stammkundschaft stirbt weg, die Wirte gehen in Pension und finden keine Nachfolger, die hohen Kosten einer Lokalübergabe durch die vom Magistrat geforderten baulichen Veränderungen, höhere Mieten, Registrierkassenpflicht. Und das generelle Rauchverbot ab 2018, dass die FPÖ nun kippen will. Und jetzt zum Guten: Im Café Monic, einem klassischen Wiener Tschocherl in der Gumpendorfer Straße 69, herrscht seit ein paar Tagen wieder Betrieb. Die Stammkundschaft lässt sich zwar nur noch selten blicken, aber immerhin geht es weiter. Das Monic wird nun von einer Gruppe junger Menschen betrieben – mit DJ-Line-up. Neue Gäste, alte Patina.

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