Digitale Familie

In Estland gibt es jetzt das digitale Mitteilungsheft: Eine App, über die die Schule den Eltern alles mitteilt, was ihre Kinder betrifft. Noten, Aufgaben, Termine, disziplinäre Probleme, alles. (Das heißt, estnische Eltern ersparen sich die klassischen Dialoge: „Was war in der Schule?“ – „Nichts.“ – „Was heißt nichts?“ – „Na nichts.“ usw. usf.)

Manche Experten finden das gut, andere warnen: Erstens verlernen die Kinder die  zur Entwicklung von Eigenständigkeit gar nicht so unwichtige Kulturtechnik des Schwindelns, zweitens verlernen Eltern und Kinder, miteinander zu reden...

Wer weiß, vielleicht kommt ja bald eine App, die einem das ganze Familienleben abnimmt. Die Smartphones der Familienmitglieder  fragen einander selbstständig, wie der Tag war, ob das Halsweh schon besser ist und ob Erdäpfelpüree oder doch lieber Pommes zu den faschieren Laibchen...? Und die Familie trifft sich dann nur noch im Urlaub und beim Begräbnis der Uroma bzw. zum gelegentlichen Geschlechtsverkehr (die Smartphones der Eltern stimmen mit den Smartphones der Kinder ab, wann das Haus frei ist).

Guido Tartarottis Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist  am  31. Jänner und am 2. März im Theater am Alsergrund, am 19. Februar  in der Kulturwerkstatt Kottingbrunn, am 21. Februar  und am 3. Mai im Kabarett Niedermair, am 17. März in der Tischlerei Melk und am 20. März im CasaNova Wien zu sehen.

(kurier) Erstellt am