Meinung | Kolumnen | Ohrwaschl
25.06.2017

Manchmal dem Nichttrottelsein misstrauen

SO gescheit sind wir dann doch nicht immer.

Guido Tartarotti | über Niavaranis Trottelkunde.

Der Komiker Michael Niavarani kann etwas, was nicht viele können: Er kann sehr gescheite Sachen sehr komisch sagen.

(Einschub: Das ist selten geworden. Wer zu viel Humor hat, gilt heute als verdächtig, denn er steht im Verdacht, Leid, Ungerechtigkeit und Hitzewelle gegenüber zu wenig angebrachte Ernsthaftigkeit zu empfinden und sollte dringend mit einem kleinen Shitstorm wachgerüttelt werden. Einschub Ende.)

In seinem Buch „Ein Trottel kommt selten allein“ formuliert Niavarani den Gedanken: „Für jeden Trottel gibt es einen noch größeren Trottel, der ihn bewundert.“ Und Trottel definiert Niavarani so: Er ist immer im Besitz der Wahrheit. Das ist ein satirisch übertrieben formulierter, aber nützlicher Gedanke – es tut durchaus gut, dem eigenen Nichttrottelsein manchmal zu misstrauen. Denn SO gescheit, wie wir gerne glauben, sind wir dann auch nicht immer. Übrigens hindert uns niemand daran, jeden Abend ein wenig gescheiter (= als kleinerer Trottel) schlafen zu gehen, als wir morgens aufgestanden sind.