über die "Lego-Leichentram"
06/03/2016

Der Tod ist aus Lego

von Guido Tartarotti

Bei uns in Wien, wo der Tod ein Kinderspiel ist.

Guido Tartarotti | über die "Lego-Leichentram"

Heute müssen wir über eine unangenehme Sache reden. Keine Angst, nicht über das Wetter. Eh nur über den Tod. In den „Seitenblicken“ sagte der Kabarettist Andreas Vitasek: „Der typische Wiener Tod wäre es, sich nach zwei Stelzen und ein paar Bier vor die Liliputbahn zu werfen.“ Da hat er recht: Der Tod hat bei uns Stelzenform und Kleinformat (der Vorgang wäre übrigens für die Liliputbahn gefährlicher als für den Menschen).

Dazu passt, was der neue Verkehrsminister dieser Tage im Radio ankündigte: Er möchte die Verkehrstoten halbieren (wobei noch zu klären wäre, ob das nicht ungesetzlich ist).

Und damit kommen wir zur Meldung des Tages. Im Shop des Zentralfriedhofs gibt es, wie die Bestattung Wien stolz mitteilt, „einen neuen Renner“: Die Lego-Leichen-Straßenbahn zum Selberbauen. Zitat: „Das Lego-Leichentram-Set 1601 umfasst neben 350 Steinen zwei Särge und ein Lego-Männchen.“ Ergänzungs-Sets - „unter anderem mit Lego-Totengräbern" - sind übrigens auch geplant.

Allerheiligen und Weihnachten können kommen, die Geschenke stehen bereit. Hier bei uns in Wien, wo der Tod ein Kinderspiel ist.

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