über Langstreckenfilme
02/24/2015

Absaugen

von Guido Tartarotti

Wer will sich einen Film anschauen, in dem Fritz Neugebauer 250 Jahre lang „Nein“ sagt?

Guido Tartarotti | über Langstreckenfilme

Filmologen rechnen als Folge der Oscars mit einem Trend zum Langstreckenfilm – ausgelöst durch Richard Linklaters „Boyhood“, an dem zwölf Jahre lang gedreht wurde, um die Entwicklung eines Buben zum jungen Mann abzubilden. Radikalstes Projekt wäre ja ein Echtzeit-Film über die österreichische Verwaltungsreform. Allerdings kann man mit dem frühestens im Jahr 2265 einen Oscar gewinnen. Und wer will sich einen Film anschauen, in dem Fritz Neugebauer 250 Jahre lang „Nein“ sagt?

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Blick auf die traditionellen Trostpreis-Geschenke für die Nominierten. Die Nichtgewinner bekamen heuer: Ahornsirup, Lutscher mit Tee-Geschmack, eine Kanada-Reise, ein Horoskop, einen Leihwagen für ein Jahr – und einen Gutschein für eine Fettabsaugung im Wert von 4000 Euro (falls Ahornsirup und Lollis zu gut geschmeckt haben). Und nein: Das ist kein Witz.

Vielleicht dreht Linklater ja einmal einen Film über das Altern eines Filmstars. Der Film dauert 60 Jahre und ist ziemlich fad, weil sich nichts verändert.

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