über den Lückblick der Woche
11/16/2013

Land und Loch

Die Woche im Lückblick.

von Michael Hufnagl

Herrje, nicht einmal ein bisserl verirren dürfen sich unsere Budgetpfadfinder!

Michael Hufnagl | über den Lückblick der Woche

Das kann kein Zufall sein. An diesem Montag begann der Fasching. Und was eine der Tradition verpflichtete Bundesregierung ist, die zelebriert zuverlässig die hohe Kunst des närrischen Treibens. Wer jedenfalls die Entwicklung der vergangenen Tage, vom Kein-Loch über das Doch-Loch bis zum gerade Noch-Loch, aufmerksam verfolgt hat, der wird Verständnis haben, wenn an dieser Stelle ausnahmsweise vom Lückblick der Woche die Rede ist.

Es gibt ein Rochefoucauld-Zitat, das als großkoalitionärer Leitspruch Verwendung finden könnte: „Die meisten Fehler, die man hat, sind verzeihlicher als die Mittel, welche man anwendet, um sie zu verbergen.“ Das passt deshalb gut, weil sich das sensible Volk, das sich bei jeder Gelegenheit von der Politik verarscht fühlt, an die eine oder andere verjuxte Milliarde längst gewöhnt hat. Aber komischerweise war das Gefühl, im Wahlkampf auf eine sehr spezielle Weise belogen und betrogen worden zu sein, diesmal besonders ausgeprägt.

Verflucht

Was natürlich ungerecht ist. Herrje, nicht einmal ein bisserl verirren dürfen sich unsere Budgetpfadfinder! Was bitte können die dafür, wenn sie von veralteten und verflucht optimistischen Prognosen der Wirtschaftsforscher zur Fehlkalkulation genötigt werden? Und zwar so sehr, dass der Wiener Bürgermeister die Loch-Existenz sogar noch zur Gänze bestritt, als Kanzler und Vizekanzler bereits über einem kosmetischen Masterplan brüteten.

Der immerhin – von 40 auf 24 Milliarden in einer Nacht – darf als Meisterwerk betrachtet werden. Als geballte Faust gegen „Verfassungsbruch“-Gebrüll und „Neuwahl“-Gezeter. Ja klar, die verteilten Zuckerln wie Steuerreform oder Familienpaket müssen wieder eingesammelt werden, aber dafür können die Kassasturzpiloten von SPÖ und ÖVP jetzt aus Angst vor der Wählerrache ihre Verhandlungen nicht mehr platzen lassen – so lasset die Lochzeitsglocken erklingen.

Und damit muss es uns einerlei sein, dass der neue Budgetplan ein Best-Case-Modell ist. Hypo? Griechenland? Pensionen? Ausgelagerte Schulden? Alles nicht in letzter Konsequenz eingerechnet. Das ist zwar ein bisserl so, als würden wir Bürgerdodeln ein Haushaltsbudget anlegen, das bis 2018 keinen kaputten Staubsauger, keinen Installateureinsatz und keine zu tauschende Glühlampe vorsieht, aber:

Wurscht.

Ungeheuer

Schade ist nur, dass im Zuge der Abenteuer der rot-schwarzen Ungeheuer von Loch Stress die 34. erfolglose Verhandlungsrunde um das Lehrerdienstrecht plus Aussicht auf Streiks medial unterging. Oder die Trennung von H. C. „Es wird definitiv eine Hochzeit in Weiß“ Strache von dessen Verlobter.

Aber es gibt Wichtigeres. Die Verträge von Yang Yang und Long Hui wurden um zehn Jahre verlängert. Die Schönbrunner Pandamie ist gesichert.

Dominik Heinzl darf seine privaten USA-Filme in einem Kinosaal der Lugner City herzeigen. Österreich titelt: „Heinzl wird jetzt Kino-Star!“

Lilian Klebow wird Mama, Felix Gottwald Papa, und Jeannine Schiller Großmutter. Dazu verriet sie Heute: „Ich, die ausgeflippte Oma, modern gekleidet und jugendlich, wo keiner glaubt, dass das mein Enkerl ist.“ Auch eine Art Lückblick.

michael.hufnagl(at)kurier.at

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