über den Wetterjargon
11/16/2013

Nordsee, trüb, verbreitet

von Guido Tartarotti

Das Schöne am Wetter ist ja: Es ist immer eines.

Guido Tartarotti | über den Wetterjargon

Das Schöne am Wetter ist ja: Es ist immer eines. Verlässlich liefert uns die Natur Tag für Tag neuen Gesprächsstoff, und noch dazu etwas, worüber wir uns ärgern dürfen. Der Mensch ärgert sich ja gerne, vor allem, wenn, wie beim Wetter, keine Gefahr besteht, dass er an den ärgerlichen Umständen selbst etwas ändern müsste.

Daher sollten wir dem Wetter dankbar sein, denn es ist stets zu heiß, zu kalt, zu nass, zu trocken, zu nebelig, zu durchsichtig ... Das Wetter ist grundsätzlich: zu. Das hat gerade der Österreicher gerne, so kann er seinen Grant pflegen und auf Hochglanz polieren. Das Wetter ist außerdem lustig, denn es ermöglicht den Wetter-Journalisten, Dinge zu sagen oder zu schreiben wie: „Strahlender Sonnenstein.“ Oder „Zunähend sonnig.“ Oder „aufgelockerte Bevölkerung.“ Oder „Golfplatzgroße Hagelkörner.“ Unlängst hieß es: „Da geben sich die Hochdruckgebiete die Klinke in die Hand.“ Hat man da nicht wunderschöne Bilder vor Augen?

Dieser Tage moderierte Lou Lorenz in der ZIB2 das Wetter wie folgt an: „Noch eine Warnung – der folgende Wetterbericht beinhaltet die Wörter ,schneien‘ und ,verbreitet‘.“ Ich finde, das war ein guter, feiner Schmäh. Im Wetterbericht fielen außerdem noch die Wörter „Nordsee“, „feucht“, „trüb“, „nass“ und „Hochnebel“. Und genauso klang auch die Stimme der offenbar schwerst erkälteten Wettermoderatorin Wera Gruber. Gute Besserung!

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