Über die "Gagendebatte" im ORF
03/29/2017

Gehälter

von Philipp Wilhelmer

Das ist eigentlich keine Debatte, außer man steht auf Neidreflexe

Philipp Wilhelmer | Über die "Gagendebatte" im ORF

Wer sich mit Fernsehen beschäftigt, landet unweigerlich bei der Bezahlung: Wer es geschafft hat (also karrieremäßig nach oben), wird dafür auch gut entlohnt. Das hat insofern seine Berechtigung, als man öffentliche Auftritte auch unter Druck souverän meistern muss (wehe, an heikler Stelle passiert ein Fehler), einen großen Teil seiner Privatsphäre aufgeben muss (schon einmal gesehen, wie ein „ZiB“-Moderator im Einkaufszentrum begafft wird?) und zu Guter letzt: Man hat ein ziemlich großes Haifischbecken durchschwommen, ohne schwer verletzt worden zu sein.

Insofern ist die „Gagendebatte“ rund um den ORF eigentlich keine, außer man steht auf Neidreflexe. Auch gutes Management soll im Übrigen gut bezahlt werden (ein Argument, das zugegebenermaßen noch nicht alle Gehälter im ORF rechtfertigt). Und dass ein Bundeskanzler weniger verdient als der ORF-Chef, ist eine Feststellung, die nur etwas darüber aussagt, wie billig es unsere Politiker geben müssen. Schade.

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