Meinung
08/21/2021

Kinder als Antrieb

Mit Kindern wird man nicht reich. Außer man erfindet oder gründet etwas, das die Bedürfnisse anderer Eltern trifft. Dann braucht es nur noch Mut.

von Andrea Hlinka

„Dein  Baby braucht am Anfang nur eines: dich“, hat mir eine Hebamme einmal  gesagt. Sie wusste, wie gerne Eltern für ihre Babys Geld ausgeben.    Um  die Bedürfnisse des  Neugeborenen geht es dabei nur bedingt. Denn  es  braucht kein  fancy Babyöl, kein  Designer-Bett. Das Muster der Stoffwindel, mit dem  die ausgespuckte Milch abgewischt wird, ist ihm so unwichtig, wie die  Farbe der Babytrage, mit der es durch die Welt geschaukelt wird.    Es sind die Bedürfnisse der Eltern, die gestillt werden wollen. 

Wenn sie dafür kein passendes Angebot finden, wagen die  Mutigsten unter ihnen einen riskanten Schritt: Sie  tauschen die Elternzeit gegen die Selbstständigkeit.   Nicht  nur der ungestillte Durst nach einem speziellen Produkt  gibt ihnen Rückenwind.  In dieser ersten Phase der  Elternschaft  geht  ein  Fenster auf: Alles verändert sich, die  Prioritäten, die Perspektive.   Es gibt  ein Leben vor und eines mit den Kindern.       Manchmal  wollen die  jungen Eltern   nicht mehr in ihren   Job zurück, er passt nicht mehr. Er war Teil des  alten Lebens, taugt nicht für eine Familie.   

Diese Anfangszeit ist magisch, man könnte fast süchtig danach werden, möchte  das Gefühl bewahren, in der Blase bleiben.  Man  will andere  Eltern  mit dem  Wissen, den  Erfahrungen unterstützen und ihnen die Recherche ersparen.         Und so werden manche  Eltern mit Tatendrang  findig: Sie gründen Concept Stores, bauen die leichtesten Räder, Möbel, erfinden neue Spielzeuge oder kreieren Windeln. Und das in einer Zeit im Leben, die ohnehin schon sehr fordernd ist. Die Kinder sind ihr Antrieb.  „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen“, schrieb Hesse in einem Gedicht namens Stufen. Bekannter daraus ist eine andere Zeile: „Jedem  Anfang liegt ein Zauber inne.“  Ein Satz, der auf ungezählten Geburtskarten steht. Und auch zu Firmengründungen passt. 

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