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Leitartikel
01/16/2020

Höhere Autosteuern bringen Klima nichts

Die Mobilitätswende muss gelingen, ohne dabei den Konsumenten und der Wirtschaft zu schaden.

von Robert Kleedorfer

Auch wenn einige namhafte Hersteller der Vienna Autoshow heuer abgesagt haben, bleibt die Ausstellung ein Publikumshit. Schon am gestrigen Tag war das Interesse des Fachpublikums riesig. Viele Österreicher sind interessiert an neuen Autos – und das trotz der Klimadebatte. „Jetzt erst recht“, mag sich so manch einer denken und sich einen der viel kritisierten SUVs zulegen.

Doch das scheint die Minderheit zu sein. Potenzielle Käufer werden durch ständig neue Steuerideen eher verunsichert. Sie fahren ihre alte Schüssel lieber so lange es noch geht und schaden damit der Umwelt. Der (politisch) erwünschte Umstieg auf Elektroautos wird so nicht funktionieren. Im Vorjahr wurde nur jedes fünfte der ohnehin wenigen 9.242 neu zugelassenen E-Autos hierzulande privat erworben.

 

Die Mobilitätswende muss gelingen, ohne dabei den Konsumenten und der Wirtschaft zu schaden. Schon jetzt gehen laufend Jobs in der Branche verloren, die Wirtschaftsleistung sank seit 2013 von 30 auf 26,2 Milliarden Euro. Vieles wird beim Thema Verkehr von der EU vorgegeben. Jedoch kann auch Österreich alleine sinnvolle Maßnahmen setzen. Dazu zählen der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und das bundesländerübergreifende Klimaticket, aber auch konstruktive Ansätze für den Individualverkehr wie etwa der Ausbau der E-Ladestationen oder eine Prämie für den Eintausch alter Stinker gegen ein Fahrzeug mit Alternativantrieb.

Hingegen erneut Steuern erhöhen und SUVs verteufeln, wird die Umwelt nicht retten. Die Österreicher werden sich dann trotzdem weiterhin noch im selben Ausmaß hinters Lenkrad setzen. Oft auch mangels Alternativen.