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Kommentar
09/26/2021

KPÖ-Sieg: Es wird kein "Stalingraz"

Jetzt ist es also passiert. Eine KPÖ-Bürgermeisterin in der zweitgrößten Stadt Österreichs ist wahrscheinlich.

von Elisabeth Holzer

„Stalingraz“, ein Scherz aus 2003, als die KPÖ erstmals 20 Prozent bei Wahlen erreichte, lässt grüßen. So lassen sich Schlagzeilen weit über Graz hinaus machen.

Aber einen Schritt zurück. Der Name KPÖ ist längst eher etabliertes Markenzeichen denn Ideologie. Schon vor mehr als zwei Jahrzehnten übernahmen die Kommunisten die Rolle der schwächelnden Sozialdemokraten und füllten die Lücke links der Mitte. Protestwähler, die mit Grün oder Blau nichts anfingen, fanden sich in der Wahlkabine bei der KPÖ wieder, die ein Kernthema hat: leistbares Wohnen. Was in den 1990ern mit hohem Mietzins und Gemeindewohnungen in Arbeiterbezirken begann, trifft drei Jahrzehnte später auch bei so manch bürgerlich gesinntem Wähler angesichts der hohen Wohnkosten ins Schwarze.

Apropos Schwarze: Deren Blamage ist hausgemacht, ÖVP-Chef Siegfried Nagl war ob seiner langen Amtszeit zu selbstsicher. Seine Strategie, die KPÖ politisch kaltzustellen (Nagl entzog ihr das Wohnungsressort und ging Koalitionen mit FPÖ oder Grünen ein) statt sie als zweitstärkste Kraft mit mehr Gewicht einzubinden ging schief und wurde von den Wählern korrigiert.

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