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Leitartikel
05/19/2021

Die Krise ist fast zu Ende

Mit den aktuellen Öffnungen kann man endlich sagen: Österreichs Wirtschaft ist wieder frei

von Wolfgang Unterhuber

Die beste Nachricht für die Wirtschaft kam diese Woche von Gerald Gartlehner. Der Epidemiologe an der Donau-Universität Krems erklärte, dass er nicht mit einer weiteren großen Infektionswelle im Herbst rechne. Das Virus sei zwar gekommen, um zu bleiben (bei denen, die sich nicht impfen lassen). Fazit aber sei: „Wir werden keine Lockdowns mehr brauchen.“

Gartlehners Worte mögen in Erfüllung gehen. Denn ein Ende der Lockdowns würde die davon betroffenen Unternehmen von einem Albtraum befreien. Schließlich war diese Wirtschaftskrise ja eine künstliche. Sie wurde durch eine Gesundheitskrise verursacht, weil die Institution des Staates von China bis Amerika auf das Virus in keinerlei Form vorbereitet gewesen war.

Egal. Mit der Öffnung in Gastronomie, Hotellerie und Kultur (die auch wichtige Wertschöpfung erzeugt) kann man endlich sagen: Österreichs Wirtschaft ist wieder frei. Diese Freiheit kommt auch in den Wachstumszahlen zum Ausdruck. So lösen die aktuellen Öffnungsschritte einen zusätzlichen Schub aus, wie das Wifo errechnet hat. Denn in der Gastronomie und Hotellerie muss man laut Wifo gegenüber 2019 ein Umsatzminus von 80 Prozent aufholen. Bei einer guten Sommersaison könnte die Aufholjagd gut vorankommen, glauben die Forscher.

Mit Auswirkungen auf das gesamte Wirtschaftswachstum. Im Dezember ging die OECD für Österreich von 1,4 Prozent Wachstum für heuer aus. Die EU-Kommission prognostiziert aktuell bereits 3,4 Prozent, der Internationale Währungsfonds sogar 3,5 Prozent.

Krisen-Budget

Und wie es aussieht, scheint Österreich zu den normalen Schulden, die man konstant am internationalen Markt aufnimmt, keine zusätzlichen Covid-Gelder zu benötigen. Laut Finanzministerium sind von den veranschlagten 50 Covid-Krisen-Milliarden derzeit 36,5 Milliarden verbraucht. Viele Milliarden werden mit dem Wachstum noch heuer wieder zurückkommen. Aber ebenso werden noch einige Milliarden für die Folgeschäden der Krise aufgewendet werden müssen. Hilfsprogramme wie für die Kurzarbeit (da sind 7,8 Milliarden der 11 Milliarden bisher ausgeschöpft) können ja nicht plötzlich gestoppt werden. Trotzdem: Die 50 Milliarden dürften reichen. Außerdem: Schulden machen kann man derzeit zwar gratis, aber für die Altschulden zahlt Österreich jährlich sage und schreibe 3,6 Milliarden nur an Zinsen.

Ist die Krise also vorbei? Ja. Wenn die Gesundheitskrise nicht zurückkehrt. Und fast. Denn die hohe Arbeitslosigkeit wird nicht so schnell sinken. Aber wir haben jetzt zwei Möglichkeiten. Wir können uns zu Tode jammern oder mit Optimismus in die Zukunft blicken. Zweiteres ist wohl die bessere Option. Also: Die Krise ist fast vorbei.

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