PK START DER CORONA AMPEL: NEHAMMER / KOGLER / KURZ / ANSCHOBER / SCHMID

© APA/HANS PUNZ / HANS PUNZ

Kommentar
09/04/2020

Start der Corona-Ampel: Da blinkt es noch heftig

Protest der "gelben" Städte als Signal zum Auftakt.

von Rudolf Mitlöhner

Die Idee ist gut: Das allgemein bekannte und verständliche, nur leicht modifizierte (vier statt drei Farben) Instrument der Verkehrsampel soll künftig anzeigen, wie die Dinge in Sachen Corona liegen. Und zwar, was sinnvoll ist, heruntergebrochen auf Bezirksebene. Das Bestreben, Maßnahmen gegen die Virusverbreitung möglichst kleinräumig zu setzen und so einen neuerlichen Lockdown zu vermeiden, ist absolut sinnvoll.

Von Grün über Gelb und Orange bis Rot soll also jeweils freitags ein geringes, mittleres, hohes oder sehr hohes Risiko signalisiert werden. Zu hoffen ist, dass sich nicht jene Lesart durchsetzt, die als Cartoon schon seit Tagen im Netz kursiert: von Grün wie "Vollgas" über "Kein Grund zur Panik", "Schau ma moi" bis Rot wie "A bisserl was geht immer" ...

Abgesehen von solchen allfälligen mentalitätsmäßigen Hürden gibt es aber auch sonst noch etliche Unklarheiten. Die Website zur Ampel listet für jede einzelne Farbe minutiös wiederum für die diversen Bereiche (Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Tourismus, Sport ...) auf, was jeweils zu tun ist. Wie sich das in der Praxis managen lässt, bleibt abzuwarten. Sieht jedenfalls ziemlich kompliziert aus. Zudem heißt es, dass die selbe Farbe in zwei Bezirken nicht unbedingt die selben Maßnahmen nach sich zieht.

Ein Schönheitsfehler ist sicherlich auch, dass die rechtliche Verankerung erst am 23. September erfolgen kann. Nachdem schon das bisherige Corona-Management des Gesundheitsministers vorsichtig formuliert juristisch Luft nach oben gehabt hat, wäre es vielleicht klüger gewesen, hier zuzuwarten, um sich nicht neuerlich angreifbar zu machen. Zumal für Veranstaltungen die Regelungen ohnedies ("voraussichtlich") erst ab 1. Oktober gelten.

Kein gutes Omen ist auch, dass aus den "gelben" Städten Wien, Graz und Linz umgehend Kritik an der Ampel kam. Besonders der Linzer SP-Bürgermeister tat sich hier - unterstützt vom VP-Landeshauptmann - mit scharfer Wortwahl hervor. Das kann noch lustig werden, wenn jeden Freitag aus den betroffenen, also nicht-grünen Regionen Protest kommt. Da hat Anschober bzw. die Regierung noch viel Kommunikationsbedarf.

Aber klar ist auch: Die politisch Verantwortlichen betreten hier völlig neues Terrain; dass es möglichst transparente Kriterien braucht, ist unbestreitbar; die Ampel hat starke symbolische Wirkung. Und irgendwie/-wann muss man ja einmal anfangen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.